Kreuzmarsch 1997

KM-AbmarschGotthard

Kreuzmarsch

1. August – 21. September 1997 ¦ In 40 Tagen wurde die Schweiz zu Fuss von Norden (Ramsen) nach Süden (Chiasso), und von Osten (Martina) nach Westen (Vallorbe) durchzogen, gemäss dem Wort Gottes aus 1.Mose 13,17 an Abraham: „Mache dich auf und durchwandere das Land seiner Länge und Breite nach! Denn dir will ich es geben.“

Ziel des Kreuzmarsches

Die Eidgenossen / Helvetier waren seit jeher ein Bundesvolk; d.h. zu allen Zeiten wurden viele verschiedene Bündnisse geschlossen. Der wichtigste war wohl der, welcher anno 1291 (von den drei Urkantonen auf dem Rütli) vor Gott geschlossen wurde. Noch heute beginnt unsere Bundesverfassung mit dem Wortlaut des damaligen Bundes: “IM NAMEN GOTTES; DES ALLMÄCHTIGEN“. Auf dieses göttlich-christliche Fundament deutet auch unsere Fahne hin: das Kreuz (von Golgatha) auf rotem Grund (Blut Jesu). Selbst in der Nationalhymne kommt deutlich zum Ausdruck, dass wir als Nation jahrhundertelang unser Vertrauen auf Gott gesetzt haben.
Wir sind nicht die Ersten, die empfinden, dass wir mittlerweile als Volk diesen göttlichen Weg verlassen haben. So kam es im August 1831 zur Einsetzung des Eidg. Dank-, Buss- und Bettages, dessen Text wir nachfolgend abdrucken. Seit jener Zeit hat sich nicht viel verändert, im Gegenteil: Mehr denn je sehen wir, wie es mit unserem Land abwärts geht und wir zunehmend unter äusseren und inneren Druck geraten. So können wir nur noch sagen:
„Nun aber liegt es mir am Herzen, einen Bund mit dem Herrn, dem Gott Israels, zu schliessen, damit sich die Glut seines Zorns von uns abwendet.“
Die Bibel, 2. Chronikbuch, Kapitel 29, Vers 10

Das ist das Anliegen dieses Marsches:
• diesen Bund vor Gott zu erneuern,
• Ihn um Vergebung zu bitten,
• für alle Bewahrung bis heute zu danken
• für unser Land um Gnade und Erbarmen zu bitten
Gesamtdauer: 7 ½ Wochen
Gesamtlänge: ca. 800 km
Tagesetappen: ca. 25 – 30 Leistungskilometer

Dauer: man kann einzelne Tage, zT. Teilstrecken, oder mehrere Tage mitmaschieren.
Programm: morgens kurze Andacht, unterwegs an geografisch und historisch bedeutungsvollen Orten Gebete, Proklammationen und abends je nach Örtlichkeit Gottesdienst in lokaler Gemeinde.
Wanderungen: Täglich zwischen 20-32 Leistungskilometer, aufgeteilt in Etappen.
Verpflegung: selber mitnehmen (zT. besteht unterwegs Einkaufs- oder Verpflegungsmöglichkeit)
Übernachtung: Für mehrtägige Teilnehmer versuchen wir, wenn gewünscht, eine einfache Unterkunft zu organisieren (Massenschlager, Gastfamilie, Zeltplatz…), ebenso ein Morgen- und Abendessen. (zum Selbstkostenpreis)
Ein Gepäcktransport wird nach Möglichkeit angeboten.
Ausrüstung: taugliche Wanderausrüstung, Regenschutz, Sonnenschutz (Hut, Creme) und volle Wasserflasche.
Start: 8.00 beim jeweiligen Bahnhof oder sonst bei der Post (Bern 14.00)

Etappenorte:

1.8. Ramsen ¦ Winterthur
2.8. Winterthur ¦ Bäretswil
3.8. Bäretswil

4.8. Bäretswil ¦ Pfäffikon SZ
5.8. Pfäffikon SZ ¦ Schwyz
6.8. Schwyz ¦ Altdorf
7.8. Altdorf ¦ Wassen
8.8. Wassen ¦ Andermatt
9.8. Andermatt
10.8. Andermatt

11.8. Andermatt ¦ Gotthard Pass
12.8. Gotthard Pass ¦ Airolo
13.8. Airolo ¦ Faido
14.8. Faido ¦ Biasca
15.8. Biasca ¦ Bellinzona
16.8. Bellinzona (Locarno)
17.8. Bellinzona

18.8. Bellinzona ¦ Isone
19.8. Isone ¦ Lugano
20.8. Lugano ¦ Chiasso
21.8.
22.8.
23.8. Reise
24.8.

25.8. Martina ¦ Scuol
26.8. Scuol ¦ Guarda
27.8. Guarda ¦ Susch
28.8. Susch ¦ Flüala Pass
29.8. Flüala Pass ¦ Davos
30.8. Davos
31.8. Davos

1.9. Davos ¦ Küblis
2.9. Küblis ¦ Landquart
3.9. Landquart ¦ Chur
4.9. Chur ¦ Ilanz
5.9. Ilanz ¦ Truns
6.9. Truns ¦ Disentis
7.9. Disentis

8.9. Disentis ¦ Sedrun
9.9. Sedrun ¦ Andermatt
10.9. Wassen ¦ Susten
11.9. Susten ¦ Meiringen
12.9. Meiringen ¦ Interlaken
13.9. Interlaken ¦ Thun
14.9. Thun

15.9. Thun ¦ Schwarzenburg
16.9. Schwarzenburg ¦ Fribourg
17.9. Fribourg ¦ Romont
18.9. Romont ¦ Moudon
19.9. Moudon ¦ Orbe
20.9. Orbe ¦ Vallorbe
21.9. Bern Abschlusskundgebung

Abschlusskundgebung am Eidg. Dank-, Buss- und Bettag
auf dem Bundesplatz
Samstag, 21. September 1997, von 14 – 16 Uhr

Zum Bettag

Wie der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag durch die Regierung eingesetzt wurde (nach dem ursprünglichen Wortlaut)

„Wir Schultheiss und Rath der Stadt Bern entbieten allen unseren lieben und getreuen Mitbürgern zu Stadt und Land unseren wohlgeneigten Willen, und geben Ihnen zu vernehmen:
Dass wir nach der frommen Sitte unserer Väter mit den sämmtlichen löblichen Ständen der Eidgenossenschaft einen gemeinschaftlichen Dank-, Buss- und Bettag angesetzt haben auf den 8. Herbstmonat nächstkünftig.
Betet und thut Busse, so ruft uns Gott durch seine Propheten, unser Gott, unser Vater, der seinen eingebornen und geliebten Sohn dahingegeben zur Vergebung für ein sündiges und undankbares Geschlecht. Und lauter und vernehmlicher dringt heute dieser Ruf zur Busse an uns, da so viele Ereignisse uns an die Vergänglichkeit alles irdischen erinnern und unsere Gedanken hinziehen zu dem, der der Menschen Schicksale in seiner Hand hat. Mächtig schwingt der Engel des Todes seine Sichel, und zu Tausenden fallen die Kinder des Staubes dahin, menschliche Weisheit vermochte noch keine Schranken zu setzen, der verheerenden Seuche, der Allmächtige einzig wird das Ziel ihr setzen. Zerstörend wirkt die Fackel des Krieges in mehr als einem Lande, und schlägt tausendfältige Wunden denen, die davon heimgesucht werden; die Zwietracht dringt verderbenbringend durch die Nationen und löst die engsten Bande, die für ganze Geschlechter, ja für Jahrhunderte geknüpft waren; ja ganz Europa wankt und sieht mit Bangigkeit der Zukunft entgegen: wohl sind das Tage, die zur Busse rufen!
Noch ist zwar unser Vaterland verschont geblieben, bis jetzt von einem Theile dieser Übel, noch sind Krieg und Seuche nicht über dasselbe eingebrochen; dafür lasst uns Gott ernstlich danken, aber nicht bloss durch Worte, sondern durch den Wandel; es gibt keinen aufrichtigen Dank, als der mit Ehrfurcht gegen den Geber und mit treuem Gebrauch seiner Gaben verbunden ist. Eines solchen lebendigen Dankes dürfen wir uns leider noch nicht rühmen: unser Wandel war nicht vor Gott, denn zu den sittlichen Gebrechen, die wir schon früher beklagten, wie Gleichgültigkeit gegen die Religion, Ausgelassenheit, Unzucht, Hoffahrt und Übermuth, sind noch neue hinzugekommen: Ungehorsam gegen die Gesetze, unmässiger Besuch der Trinkstuben, Versäumnis der Berufsgeschäfte und zunehmende Entfremdung vom häuslichen Leben. Aber nicht nur die, welche in diesen Übertretungen ihre Schuld erkennen müssen, sondern wir alle, alle haben gesündigt, in allen Ständen des Volkes, in allen Altern haben wir vielfach gefehlt gegen die Gebote des allmächtigen Vaters, die er den Menschen gegeben zu ihrem Heil, damit sie das ewige Leben gewinnen, haben Strafe und Züchtigung verdient. Darum lasset uns alle aufrichtig Busse thun und flehen zu Gott, dass er uns nicht strafe nach unserer Schuld, sondern uns verzeihe um seines Sohnes, unseres Heilandes, willen. Bitten wir den Allmächtigen, dass er uns schenke seinen heiligen und guten Geist, damit wir in Zukunft mehr als bisher thun nach seinem Willen.
Pflanzet Gottesfurcht, jeder vorerst in seinem eigenen Herzen, dann in seinem Haus und dadurch unter dem ganzen Volk. Gottesfurcht ist die Grundlage alles Glückes, durch sie bewahrten einst unsere Väter Zucht und Ordnung, durch sie wurden sie arbeitsam, zufrieden, freudig zu jeder Pflicht, durch sie waren sie stark in jeglicher Gefahr und getrost in der Stunde des Todes. Lasst uns ringen nach diesem köstlichen Gute und es wieder einheimisch machen bei uns.

Mit dieser schönen Tugend verbindet sich dann die Nächstenliebe, diese unerlässliche Bedingung innerer Zufriedenheit; durch sie wird das Herz veredelt und das Leben verschönert. O darum lasst uns verbannen aus dem Herzen jegliche böse Leidenschaft, allen Hass, allen Neid, alle Rache, alle Selbstsucht, die uns von dem Reiche Gottes entfernen, und durch welche jedes fremde Glück zertrümmert, jedes eigene Gut durch Unmuth werthlos wird. Übet Liebe und Wohlwollen, damit Gottes Liebe mit euch sey. Helfet, wo ihr zu helfen vermöget, lindert Not und Elend, wo ihr sie findet.

Zum letzten Male, liebe Mitbürger, verkündigen wir euch den Bettag, möge unser Ruf bey vielen Eingang finden und den Sinn der Busse wecken, der zu dem ewigen Leben führt.

Wir flehen zu Gott, dem allmächtigen Schöpfer und Vater, dass er auch uns verzeihe nach seiner Langmuth, uns nicht richte nach unserem Verdienst, sondern nach seiner Gnade durch unseren Heiland. Wir flehen zu ihm um seinen Segen für das Land, dem wir bisher vorgestanden sind.“

Gegeben Bern, den 24. August 1831



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Thurtal
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Malcantone
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