Wider das Vergessen

Filmvorführungen mit dem Autor Johannes Facius in der Schweiz im Oktober 2004

Diese Dokumentation entstand aus einer tiefen Betroffenheit über den in den letzten Jahren wieder zunehmenden Antisemitismus in verschiedenen arabisch-islamistischen Nationen wie auch in Europa. Vor allem bei denen, die versuchen den Holocaust entweder ganz zu verleugnen oder die Verbrechen der Nazis zu bagatellisieren, zeigt sich ein beängstigender Eifer.
Außerdem organisierten sich in vielen arabischen Nationen antijüdische Gruppierungen. Sie riefen eine Hetzkampagne ins Leben, mit dem Ziel, durch die dortigen Medien und das Bildungssystem Juden zu entwürdigen und dem Staat Israel seine Legitimation zu entziehen. In vielerlei Hinsicht ist diese Lügenpropaganda derjenigen der Nazis, mit all ihren schrecklichen Konsequenzen für das jüdische Volk während des zweiten Weltkrieges, sehr ähnlich.
Wider das Vergessen dokumentiert die Gräuel, die in den Konzentrationslagern in Polen verübt wurden. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Todeslager Auschwitz-Birkenau, wo mindestens 1,5 Millionen jüdische Männer, Frauen und Kinder auf brutalste Art und Weise ermordet wurden.

 

Interview mit Johannes Facius

Die Idee, eine Dokumentation über den vergangenen und gegenwärtigen Antisemitismus zu drehen, kam mir nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Dieses teuflische Werk islamitischer Terroristen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon haben mich, ebenso wie viele andere auf der ganzen Welt, zutiefst erschüttert.

Was mich besonders beschäftigte, war eine Aussage von Osama Bin Laden, der erklärte, dass das wahre Ziel dieser schrecklichen Anschläge der sogenannte „zionistische Feind“ war. Amerika wurde deshalb bestraft, weil sich die amtierende Regierung angeblich zu sehr auf Israels Seite gestellt hatte. Ähnliche Erklärungen wurden von Saddam Hussein und Assad von Syrien abgegeben. Jassir Arafat ging sogar so weit, Festlichkeiten für die Palästinser auszurufen, die dann jubelnd durch die Straßen von Gaza und der West Bank zogen.

WIE ALLES BEGANN

Ich erinnere mich, wie ich den Herrn im Gebet suchte. Als jemand, der über die letzten

25 Jahre regelmäßig in Israel gedient hatte und der für Israel in vielen Ländern sowohl seine Stimme erhoben hatte, als auch aktiv geworden war, fühlte ich eine schwere Last auf meinen Schultern. Tief in meinem Herzen wusste ich, dass eine neue Welle des Antisemitismus über die Welt fluten wird. Ich erinnere mich, wie ich den Herrn fragte, ob es etwas gäbe, das ich tun solle. Diese Frage zu stellen wurde in der Vergangenheit eine etwas unselige Gewohnheit von mir. Man kann dadurch nämlich in alle möglichen Schwierigkeiten kommen, weil man nie sicher sein kann, was der Herr im Sinn hat.

Zu diesem Zeitpunkt empfand ich, wie der Herr folgendes zu mir sprach:

„Ich möchte, dass du das Schofarhorn bläst, um mein erwähltes Volk zu warnen und es auf die schwierige und gefährliche Zeit die vor uns liegt vorzubereiten!“

Dieses Wort veranlasste mich, über folgendes nachzudenken:

Wie kann ich das Schofarhorn blasen?

Und wer ist mit „meinem erwählten Volk“ gemeint?

Ich machte mir meine eigenen Vorstellungen davon, was ich tun könnte und spielte mit dem Gedanken, ein weiteres Buch über Antisemitismus zu schreiben.. Ich hatte schon verschiedene Bücher geschrieben, und die letzten zwei „Wie in den Tagen Noahs“ und „ Das Kommen des Herrn beschleunigen“ beschäftigen sich mit dem Thema Israel und mit den letzten Tagen. Doch diese Idee musste ich schnell verwerfen, denn die Bücher eines kleinen unbedeutenden europäischen Autors würden nicht weit reichen. Es war Bedarf für etwas stärkeres, etwas, das graphisch mehr Eindruck machen würde als ein Buch in der christlichen Gemeinde und der jüdischen Gemeinschaft. Denn diese zwei waren nach meinem Verständnis, was der Herr mit „mein erwähltes Volk“ meinte.

DIE VERGANGENHEIT VERGESSEN

In all diesen Überlegungen wurde mir klar, dass ich einen Dokumentarfilm über die Schrecken des Antisemitismus produzieren sollte. Dieser Film sollte uns alle an den Horror des Holocaust erinnern, den wir das schrecklichste Verbrechen der Menschheitsgeschichte nennen. Es ist eine traurige Tatsache, dass der Holocaust, obwohl nur 65 Jahre her, sowohl von Jung als auch von Alt vergessen wird. Es ist sogar so, dass ein Großteil der Jugend heute keine Ahnung mehr vom Holocaust hat. Der Film sollte sich jedoch nicht ausschließlich mit der Vergangenheit beschäftigen, sondern auch die Tatsache dokumentieren, dass sich eine neue Welle des Antisemitismus im arabisch moslemischen Mittleren Osten zusammenbraut und über ganz Europa ergießt. Diese Flut des Neo-Antisemitismus ist der Mehrheit der Europäer fremd, da die Medien die Signale, die aus dem Nahen Osten kommen, ignorieren.

Lassen Sie mich erklären, warum ich es so wichtig finde, sich an den Holocaust, das schrecklichste Verbrechen in der Menschheitsgeschichte, zu erinnern. In der Einleitung des Filmes zitiere ich die bekannten Zeilen des britischen Philosophs Adam Huxley. Er sagte:

„Die Geschichte lehrt uns, dass wir nicht aus der Geschichte lernen!“

Jeder, der sich mit der Menschheitsgeschichte auch nur ein wenig auskennt, würde dieser Aussage zustimmen. Die Weltgeschichte ist voller Beweise dieser endlosen Wiederholungen.

In Baden-Baden, das nicht weit von unserem jetzigen Wohnort in Deutschland entfernt liegt, wurde die gesamte jüdische Bevölkerung 1942 ausgelöscht. Die Synagoge wurde niedergebrannt und alle Juden auf Viehwaggons verladen und nach Auschwitz in den Tod geschickt. Heute gibt es einen Gedenkstein, direkt vor dem ehemaligen Polizeirevier der Nazis. Folgende Worte sind eingemeißelt:

„Der Schlüssel zur Versöhnung liegt in der Erinnerung!“

Ich stand schon mehr als einmal betend vor dieser Tafel und mein Gebet war und ist, dass Gottes Volk die Wichtigkeit dieser Aussage versteht. Ich glaube nämlich, dass dies eine biblische Wahrheit ist. Viele Christen glauben, wir müssten die Vergangenheit vergessen, um ein glückliches Leben führen zu können. Ich glaube das stimmt überhaupt nicht. Natürlich müssen wir mit der Vergangenheit versöhnt leben, um erfüllt leben zu können, aber das bedeutet nicht, die Vergangenheit zu vergessen. Ohne hier nun ein großes Bibelstudium starten zu wollen, glaube ich, dass das Wort Gottes besagt, dass das Erinnern an die Vergangenheit, natürlich bedeckt durch Vergebung, es uns ermöglicht, eine gesunde Gottesfurcht zu haben, die uns vor Sünde und vor dem Abfall von der Güte Gottes bewahrt. Ich bin absolut davon überzeugt, dass der rapide Anstieg des Antisemitismus und der Mangel an Reaktion darauf seitens der christlichen Kirche und auch der Politiker direkt damit in Zusammenhang steht, dass die Erinnerung an die Gräuel des Holocaust verblasst. Die Tatsache, das wir fähig sind, den brutalen und unsinnigen Mord an sechs Millionen Juden so bald zu vergessen, beweist die totale Verantwortungslosigkeit und Sorglosigkeit der menschlichen Natur. Es ist diese traurige Unvernunft und die oberflächliche Haltung, die die Tür geöffnet hat für eine neue Welle des Antisemitismus. Diese wird, wenn sich ihr niemand entgegenstellt, zu einem erneuten Holocaust gegen jüdisches Leben und die Nation Israel führen und so wird sich die Geschichte wiederholen.

DIE GEGENWART IGNORIEREN

Ich habe absolut keinen Zweifel, dass die Mehrheit der Menschen in den westlichen Nationen keine Ahnung haben von der starken vereinten Hetzkampagne gegen Juden und ganz Israel, die gegenwärtig aus dem Nahen Osten kommt. In „Wider das Vergessen“ wird dokumentiert, wie islamische Geistliche fast täglich in ihren Moscheen gegen Juden hetzen und Hass schüren. Dies geschieht überall im Nahen Osten. Sie ermutigen ihre Zuhörer aktiv dazu, Juden zu ermorden und verherrlichen die Selbstmordattentäter als großartige Helden des islamischen Glaubens. Die Medien in Westeuropa haben sich bisher geweigert, „Wider das Vergessen“ zu senden. Die Angst, Muslime die in diesen Ländern leben zu verärgern, ist zu groß. Der antisemitische Hass, der sich aus den arabisch-islamischen Fernsehstationen ergießt, wird in den westlichen Medien nicht kommentiert. Die Wahrheit hat keinen Platz in einer Medienwelt, die total voreingenommen gegenüber den Geschehnissen im Nahen Osten ist. Stattdessen wird Israel ständig kritisiert dafür, dass es sich selbst verteidigt und z.B. einen Sicherheitszaun baut, um Selbstmordattentäter davon abzuhalten, nach Israel einzudringen um ihre tödliche Ladung in der Mitte von unschuldigen Israelis zu zünden. Der Internationale Gerichtshof der UNO und die UNO Vollversammlung haben Israel dafür verurteilt, einen Sicherheitszaun zu bauen, um ihre Bürger vor den palästinensischen Mördern zu schützen. Andererseits haben sich jedoch geweigert, eine Resolution zu verabschieden, die die Selbstmordanschläge verurteilt. Wie unfassbar ist doch die Heuchelei der internationalen Versammlung!! Solch irrationales und unverständliches Verhalten beweist mir das wahre Gesicht des Antisemitismus.

DAS MYSTERIUM ANTISEMITISMUS

Ich war ein Junge von gerade mal sieben Jahren, als ich meine erste Begegnung mit Antisemitismus hatte. Während des zweiten Weltkrieges lebte ich mit meiner Familie in Kopenhagen, in Dänemark. Unser Land war von den Nazis besetzt. Mein Vater war ein Pastor, der eine christliche Gemeinde in der Stadt betreute. Er war Teil einer Spezialeinheit innerhalb der dänischen Wiederstandsbewegung, die sich zum Ziel gesetzt hatte, dänische Juden vor der Gestapo zu retten. Dieser Gruppe gelang es, 7200 der damals 8000 in Dänemark lebenden Juden ins benachbarte Schweden zu retten. Die Juden wurden nachts an die Küste nördlich von Kopenhagen gebracht und von dänischen Fischern nach Schweden gerudert. Die Gestapo hatte Verdacht geschöpft, dass mein Vater involviert war und unsere Erfahrungen als Familie waren folgendermaßen: Das Telefon klingelte und dies war ein verdeckter Code an meinen Vater, der sofort seinen Stahlhelm schnappte und aus dem Haus rannte, wo ein Auto der Wiederstandsbewegung vorfuhr um ihn mit quietschenden Reifen in Sicherheit zu bringen. Minuten später stürmte die Gestapo unsere Wohnung. Meine Mutter, die nun mit sechs Kindern allein war, versteckte meinen kleinen Bruder und mich unter dem Bett im Schlafzimmer. Von da unten spähte ich angstvoll hervor und sah die großen schwarzen Stiefel, die so typisch für die Nazis waren. Als ich dann ungefähr 12 Jahre alt war, fragte ich meinen Vater, warum er mit diesen Aktivitäten sowohl sein Leben als auch die Leben seiner Familie riskiert hatte. Ich fragte ihn ebenfalls, was denn die Juden so schlimmes getan hatten, um all dies zu verdienen. Mein Leben lang werde ich seine Antwort nicht vergessen. „Mein Sohn…“, sagte er, „… die Juden wurden über die ganzen Jahrhunderte hinweg aus nur einem Grund verfolgt, gehasst, gequält und ermordet. Und der ist, dass sie jüdisch geboren wurden und das auserwählte Volk Gottes sind!“

Ich glaube diese Antwort meines Vaters ist die einzige wahre Definition des Antisemitismus. Es ist das unerklärlichste und irrationalste Problem, das es gibt. Man kann dieses Problem nicht mit Logik erklären und es gibt keine menschliche Lösung dafür. Es ist weder ein soziales noch ein Rassenproblem. Es ist ein geistliches Problem. Und als bibelgläubiger Christ glaube ich, dass es sich um eine dämonische Macht handelt, die in der Hölle vom Teufel selbst kreiert wurde, und sich durch die Mächte der Finsternis der Menschheit aufzwingt. Dies erklärt das komplette Fehlen jeglicher Logik, jeglicher Vernunft und jeglicher Gerechtigkeit hinter dem Hass gegen Israel und der Verweigerung der internationalen Gemeinschaft, Israels Recht auf Selbstverteidigung anzuerkennen, das doch jeder anderen Nation dieser Erde gewährt wird.

DER ANTISEMITISMUS IST ZURÜCK IN EUROPA

Es gibt keinen Zweifel daran, dass der Antisemitismus in Europa auf erschreckende Weise zunimmt. Im Mai letzten Jahres besuchte der EU-Beauftragte für Außen- und Sicherheitspolitik, Herr Solana, den amerikanischen Kongress in Washington D.C. In seiner Ansprache vor dem Ausschuss für Auslandsbeziehungen behauptete er, es gäbe heutzutage in Europa keinen Antisemitismus. Das Simon Wiesenthal Zentrum in Paris gab daraufhin sofort folgende Erklärung ab: „Im heutigen Europa gibt es mehr Antisemitismus, als in den 30er Jahren.“ Im Gegensatz zu Herrn Solana, der offensichtlich blind und taub ist, dokumentierte das Simon Wiesenthal Zentrum im Internet, dass es allein in Frankreich in den letzten 14 Monaten 500 antisemitische Ausschreitungen gab. Diese beinhalten sowohl das Verprügeln von jüdischen Rabbinern am Sabbat auf ihrem Weg in die Synagoge, als auch das Zusammenschlagen und Angespuckt-werden von jüdischen Studenten an den Universitäten. Zwei jüdische Schulen wurden niedergebrannt und ein jüdischer Kindergarten wurde so übel zugerichtet, dass er abgerissen werden musste. Hinzu kommt, dass unzählige Synagogen und Grabsteine mit Hakenkreuzen und antisemitischen Parolen beschmutzt wurden, wie wir sie noch gut aus den 30er Jahren kennen. Und dennoch wagt es ein europäischer Politiker zu behaupten: „Es gibt in Europa keinen Antisemitismus!“ Mit solchen Politikern als den Leitern von Europa kann man sich vor dem was noch kommen mag nur fürchten. Möge Gott uns helfen!

Vor Kurzem machte die EU eine Umfrage in all ihren Mitgliedstaaten. Gefragt wurde, wer die größte Gefahr für den Weltfrieden darstellt. Das Ergebnis war so beängstigend, dass der Ausschuss der EU sich zuerst weigerte das Resultat bekannt zu geben. Erst nachdem mit einem Gerichtsverfahren gedroht wurde, erfolgte die Veröffentlichung der Ergebnisse. Darin hieß es, dass Israel die größte Gefahr für den Weltfrieden darstellt!!! Durchschnittlich gaben 59% diese Antwort. Doch ausgerechnet in Deutschland waren es sogar 63%. Hierauf beschloss das Forsa Institut, eine erneute Umfrage zum Antisemitismus in Deutschland zu machen. Das Resultat hiervon war, dass 23% der Deutschen Antisemiten sind. Wenn wir diese Zahl beziehen auf Deutschlands Gesamtbevölkerung von 82 Millionen Menschen, erhalten wir folgende erschreckende Tatsache: Es gibt 18 Millionen Antisemiten, die auf den Straßen in den Städten Deutschlands herumspazieren. Und das in der Nation, die vor nur 65 Jahren das schrecklichste Verbrechen der Menschheitsgeschichte beging, nämlich den Mord an sechs Millionen jüdischen Männer, Frauen und Kindern.

Soviel zu der Aussage: „ Es gibt heutzutage keinen Antisemitismus in Europa!“

Johannes Facius

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