Israel Kundgebung Bundeshausplatz Bern 2006

Samstag, 30. September 2006
14:30 bis 16:30 Uhr

Christen zeigen Flagge

Kurzreferate:

Israel – Problem oder Lösung?
Markus Ernst, Int. Leiter Ebenezer, Schaffhausen

Auf dem Höhepunkt des kürzlichen Libanon-Krieges, als die ganze Welt Israel anklagte wegen der Bombardierung von Kfar Kana fragte ein sichtlich verzweifelter Premierminister Ehud Olmert: “Was ist mit uns den Juden, dieser Minderheit, den Verfolgten… und steigerte sich dann zu folgender Aussage: What do we have that all the others don’t?” (Was haben wir, das all die anderen nicht haben?)
Wer kann auf diese existenzielle Frage eine Antwort geben? Beinhaltet sie nicht gerade diese beiden Seiten unseres Themas? Ist nicht ihre exponierte Stellung in dieser Welt, welche die Juden auf Grund ihrer göttlichen Berufung innehaben, die reale Ursache, dass Israel sowohl Problem als auch Lösung in sich trägt?
Israel – Problem oder Lösung? Ist es berechtigt, die Frage so zu formulieren? Würden wir das für die Schweiz oder ein anderes Land auch tun? Warum ausgerechnet Israel? Vielleicht verstehen wir plötzlich: Hier steckt mehr dahinter! Dies übersteigt rationales Denken und weist auf eine tiefgründige Herausforderung auf einer anderen Ebene hin! Wer sich echt an diese Frage heranwagt, wird sich rasch seiner menschlichen Ohnmacht bewusst. Wir, die wir doch für alles eine Lösung zu finden glauben, stossen beim Thema Israel an unsere Grenzen: Wie können wir das jüdische Volk richtig einordnen?
Ist es mehr Problem oder mehr Lösung? Was oder Wer steckt hinter diesem Volk, das alle Versuche zu seiner Vernichtung überlebt hat? Und alle, die Israel anfassen, müssen feststellen, es ist ein heisses Eisen! Ist die Bibel doch wahr? Gibt es einen lebendigen Gott, der sich mit diesem Volk verbunden hat? Ist es Seine Absicht, dieses Volk und dieses Land zum Problem oder zur Lösung werden zu lassen? Wer kann uns die richtige Antwort geben?
Wenn wir beispielsweise ein Auto kaufen, erfahren wir in der Gebrauchsanleitung des Herstellers alles, was zum richtigen und erfolgreichen Umgang dazu gehört. Ich weiss natürlich, dass Herr und Frau Schweizer vielfach keine Gebrauchsanweisungen lesen.
Geht es aber um so viel tiefgründigere Fragen des Lebens wie eben auch Israel, sollten wir da nicht unbedingt die Gebrauchsanleitung unseres Herstellers konsultieren? Gott hat nicht die Welt geschaffen und sich dann verabschiedet, sondern Er hat uns sehr klare und intelligente Weisungen für ein sinnvolles und erfolgreiches Leben gegeben. Dies kann in bald allen Sprachen der Welt nachgelesen werden. Und in der Bibel hat uns der ewige Gott auch in genialer und erstaunlicher Weise wissen lassen, welches Seine Ziele mit der Welt im allgemeinen und mit Israel im besonderen sind.
Wie uns die Geschichte lehrt, wurde Israel jedoch immer wieder zu einem Problem oder Stolperstein für diejenigen, die Gottes Plan seiner Erwählung nicht akzeptieren wollten. Dies setzt sich bis heute fort und scheint auf einen neuen Höhepunkt zuzusteuern. Über die Jahrtausende hinweg haben sich viele darauf eingelassen, Israel von der Landkarte auslöschen zu wollen. Beispiele davon haben wir bis in die jüngste Gegenwart. Wir wissen jedoch, dass dies auch mit raffiniertesten Methoden niemandem gelang und niemals gelingen wird!
Es geht hier nicht um eine politische Beurteilung. Es erweist sich jedoch als eine Tatsache, dass wo immer in unserer Welt etwas Schlimmes geschieht, nach einem Sündenbock gesucht wird. Gefunden wird fast immer derselbe: Das Problem sind die Juden!
Eine zunehmend negative Berichterstattung über Israel in den Medien macht dies leicht möglich. Teilweise wird bewusst mit gefälschten Bildern und Geschichten operiert. Durch Täuschung und Lüge verändert sich die gesellschaftliche Wahrnehmung zusehends. Meines Erachtens wird Israel zu einem immer grösseren Problem werden, je weiter sich die Menschheit von Gott entfernt. Wenn Seine weisen Massstäbe und segensreichen Ordnungen nicht mehr anerkannt werden, verlassen wir sicheren Grund und betreten menschliches Sumpfgelände.
Israel – Problem oder Lösung? Was sagt Gott dazu? Gottes Zusage und Absicht ist es, uns Menschen zu segnen mit der Lösung. Als Er Abram berief, versprach Er ihm: „Durch dich sollen alle Familien der Erde gesegnet werden!“
Später sprach Gott über Israel: Wer euch antastet, der tastet seinen Augapfel an. Durch das Antasten unseres Augapfels können wir blind werden. Wenn wir nicht mehr richtig sehen, können wir letztlich in der Meinung enden, Gottes Lösung für unsere Welt sei ein Problem. Damit würden wir jedoch Gefahr laufen, den beabsichtigten Segen in Fluch zu verwandeln.
3000 Jahre nach Abraham bestätigte Jesus Christus die göttliche Segensbestimmung und sagte: „Das Heil kommt von den Juden!“ Beachten wir, dass dieser Satz auch im griechischen Originaltext in der Gegenwartsform steht. So wie Gott uns liebt, unabhängig davon wie wir sind, hat Er in gleicher Weise Israel erwählt, unabhängig von ihrem Verhalten. Wir sollten deshalb nicht mit unseren Fingern auf menschliches Fehlverhalten zeigen – weder auf das unseres Nachbarn noch auf das Israels. Gott ist ein Gott des Bundes, der ewig und unwiderruflich zu Seinen Verheissungen steht. Auf Grund der Aussagen der Heiligen Schrift lässt sich erkennen, dass die Antwort zur Frage von Ehud Olmert „was Israel hat und alle anderen nicht“, herausfordernd und erstaunlich zugleich ist:
Zuerst einmal steht der einzig wahre und lebendige Gott hinter ihnen, der sich selbst nennt: „Ich bin der ich bin. Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Das ist mein Name in Ewigkeit.“ (2. Mose 3,13-15). An dieser Aussage kommt kein Mensch vorbei.
Und der grosse jüdische Rabbi Paulus betont in Römer 9: “Den Israeliten gehören die Sohnschaft, die Herrlichkeit, die Bündnisse, die Gesetzgebung, der Dienst und die Verheissungen.“
Nun – hat Gott etwa in der Erwählung Israels einen Fehler gemacht? Hiob beschreibt den Ewigen in Kapitel 36 wie folgt: „Siehe, Gott handelt erhaben in seiner Macht. Wer könnte ihm seinen Weg vorschreiben, und wer dürfte sagen: Du hast unrecht getan?“
Es ist gut, uns immer wieder bewusst zu machen, dass Gott nicht ein Mensch ist, der lügt oder etwas zu bereuen hat. Er wird immer nach Seiner Ordnung und Seinem ewigen Ratschluss handeln. Er hat Israel gesetzt und bestimmt als Zeuge in dieser Welt. Durch Gottes Handeln mit dem jüdischen Volk erkennen wir, wie Er ist, wie Er regiert und wie Er absolut vertrauenswürdig ist, indem Er Seinen Bund mit Seinem Volk und Seinem Land aufrecht erhält.
Dies ist aber nicht deswegen, weil Israel besser wäre als andere Nationen. Es gibt nur einen Gott, und weil Er alle Menschen liebt, ist Er nicht pro-israelisch oder pro-christlich, aber auch nicht anti-arabisch oder anti-palästinensisch.
Wenn wir ernsthaft die göttliche Gebrauchsanweisung studieren, erkennen wir, dass Gott Israel mit dem Ziel erwählt hat, Segen zu allen Menschen zu bringen. Der grösste Segen, den wir durch das jüdische Volk empfangen haben, ist der Erlöser der Welt, Jesus Christus, der Sohn Gottes.
Noch ist Israel auf dem Weg, um in seine volle Segens-Bestimmung hinein zu kommen. Helfen können wir ihnen dadurch, dass wir ihre Berufung und ihre Stellung schon heute anerkennen. Denn zur festgesetzten Zeit wird es für die ganze Welt sichtbar sein, dass Israel Gottes Problem-Lösung darstellt. Darauf dürfen wir uns freuen!

Auftrag und Verantwortung des Christen
Werner Scherrer, alt Nationalrat, Pro Israel, Thun

„Und der Herr sprach zu Abram: Gehe aus deinem Vaterlande und von deiner Freundschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum grossen Volk machen, und ich will dich segnen und dir einen grossen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.“ 1. Mose 12, 1-3

Liebe Israelfreunde aus der ganzen Schweiz!
Liebe Mitchristen!

Vor ca. 4000 Jahren rief Gott selbst Abraham aus dem heutigen Irak zu einem Dienst im heutigen Israel und verband den Marschbefehl mit der wunderbaren Verheissung des Segens für Land und Volk Israels, aber auch für alle und auch uns Anwesende hier in Bern, wenn wir die Juden und ihre Heimstätte von ganzem Herzen segnen. Diesen Segen täglich auszusprechen ist das beste Mittel gegen die giftigen Mächte des in verschiedenen Formen auftretenden Antisemitismus. Bewusst und freudig singen wir den Chorus „Segne Israel, segne Jerusalem“ und stehen damit voll im Auftrag unseres Herrn. Gott hat einen wunderbaren Plan mit Israel und wird ihn auch zu einem glorreichen Ende bringen. Dies gegen alle Anläufe des Teufels, welcher durch alle Jahrtausende versucht hat, die Menschen und Nationen zu verführen.
Wir schreiben heute in Bern auch Israel-Geschichte. Es ist die zahlenmässig und auch von der Bedeutung her wohl grösste und wichtigste Kundgebung für Israel, die je in unserem Lande bisher abgehalten wurde. Wir sind im Zentrum der politischen Schweiz auf dem geschichtsträchtigen Bundesplatz vor dem Parlamentssitz versammelt, und dies nicht für ein christliches Happening oder auch zum lauten Demonstrieren. Als Chairman der Arbeitsgemeinschaft der Israel-Werke Schweiz bin ich beeindruckt vom grossen Aufmarsch und spüre Eure Liebe und Verbundenheit zu Israel. Ihr setzt mit Eurem Dasein ein klares Zeichen gegenüber der Öffentlichkeit, dass Tausende in der Schweiz hinter Israel stehen. Angesichts des starken Gegenwindes ist dies gerade jetzt wichtig!
Wie wir alle wissen, steht Israel jetzt sowohl aussen- wie auch innenpolitisch in der seit der Staatsgründung gefährlichsten Zerreissprobe. Als wahre und ehrliche Israelfreunde sollen wir nicht Zuschauer des Ringens sein, sondern Freunde und Helfer. Unsere Verantwortung stelle ich unter die drei wichtigen Gesichtspunkte Geist, Gaben und Gebet.
Die Auseinandersetzung in und um Israel ist zutiefst ein geistlicher Kampf zwischen Himmel und Hölle. An den göttlichen Verheissungen und der damit verbundenen Bedeutung Israels in der Völkerwelt scheiden sich die Geister, dies auch in der Schweiz und gar unter Gläubigen! Für die gesamte Thematik Israel bekommen wir nur Licht, wenn wir täglich intensiv die Bibel, das unverfälschte Wort Gottes, lesen, studieren und anwenden. Nur damit kehren wir zurück zur heilenden Kraft unserer biblisch-hebräischen Wurzeln und zu einer Schau geistlicher Ausgewogenheit. Es führt zur klaren Erkenntnis, dass Juden und Christen Jesus brauchen und in IHM miteinander verbunden sind. Diese Erfahrung und Erkenntnis dürfen und sollen wir im persönlichen Zeugnis überall bei Freunden, Angehörigen und Arbeitskollegen weitergeben. Wir sind aktive Mitarbeiter und Miterben Gottes, auch wenn wir mit Spott bedacht werden, wir seien Israel-Freaks oder Fundamentalisten. Schreiben Sie auch fleissig Leserbriefe in Euren abonnierten Zeitungen.
Israelfreunde dürfen sich zur Ehre Gottes als Seine Werkzeuge einsetzen, jedoch auch die vielfältige Israelarbeit in der Schweiz und am jüdischen Volk finanziell unterstützen. „Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb“ macht der Apostel Paulus im Römerbrief Kapitel 15, Vers 27 sehr deutlich. Die im IWS arbeitenden Werke verwenden die Mittel zielgerichtet für eine effiziente Arbeit in Israel und sind auch heute sehr dankbar für eine grosszügige, freiwillige Kollekte. Mit einer Israelreise unterstützen wir ebenfalls Land und Volk, und es besteht für Kurzentschlossene noch Möglichkeiten, diesen Herbst zu reisen. Bedienen Sie sich mit Prospekten an den Informationstischen. Mit einer Israelreise kann auch der vom Propheten Jesaja gewünschte Dienst des Tröstens aktiv ausgeführt werden. Der Herr segne Euch dazu!
Der Dienst des Gebets für Israel ist sehr, sehr wichtig und ein Aufruf Gottes auch für unsere ernste Zeit. Wir sind als Wächter auf die geistlichen Mauern von Jerusalem gestellt, und damit ist uns eine mächtige Waffe des Universums anvertraut. Gott ist dabei, auch in der Schweiz eine Armee von Betern und Fürbittern in den täglichen Dienst zu rufen.
Lassen wir uns gemeinsam hier in Bern vor Gott und der unsichtbaren Welt zum geistlichen Kampf neu rufen, unsere Herzen zu öffnen und mutig im Gebet zu kämpfen. Der Herr segne, bewahre und führe Euch alle!

Haltung der Schweiz zu Israel
Christian Waber, Nationalrat EDU, Wasen i.E.

Die Schweiz als Freund Israels

Am 14. Mai 1948 wurde der Staat Israel gegründet. Die Verheissung Gottes ging in Erfüllung. Die Schweiz als eigenständiger, neutraler Staat unterstützte den neuen Staat mit viel Sympathie. Das kleine Land Schweiz inmitten von Europa wusste aus seiner Vergangenheit, was es heisst von Feindesmacht umringt zu sein. Israel als einziger demokratischer Staat im nahen Osten war für uns ein Garant unserer Werte.
Israel wurde sofort nach seiner Gründung angegriffen, das Gleiche geschah 1956, 1967, 1973, 1982 und auch 2006! Jeden Tag neu mussten und müssen die Juden in Israel dem Terror Paroli bieten. Wenn sich Israel zur Wehr setzt und die umliegenden arabischen Länder in die Schranken gewiesen werden, verlangt die UNO sofort einen Waffenstillstand.
Die Schweizer Bevölkerung stand in allen Wirrnissen immer zu Israel! Erst seit wir Mitglied der UNO sind, änderte sich unser Verhalten, Israel wird nicht mehr durch das Schweizerkreuz betrachtet, sondern durch die Schmelztiegelfahne der UNO!

Die Schweiz als Feind Israels

Die Bevölkerung der Schweiz hat ihre Liebe zu Israel aufgegeben. Der stete Tropfen der Desinformation hat ihre Spuren hinterlassen. Schon früh haben die Feinde Israels erkannt, dass mit Waffengewalt die Juden nicht besiegt werden können. Der Ruf ‚am Samstag töten wir die Juden, am Sonntag die Christen’, wurde von den Medien als Kindergartengeschwätz dargestellt. Zu gerne wurde weltweit über die Medien von den bösen Juden berichtet, die Kinder und Frauen töten. Verschwiegen wird, dass die Feigheit der „Gotteskrieger“ keine Grenzen kennt! Sie verstecken sich hinter den Schwachen, um in der Presse als Helden gefeiert zu werden. Dieser Trick verfing auch bei uns, aus Sympathie wurde purer Hass!
Hier auf diesem Platz demonstrierten vor ein paar Wochen die Anhänger der islamischen Fundamentalisten. Vergleiche mit Hitlerdeutschland, Nazikreuze, brutale Mörder wurden die Israelis genannt. Unter den Augen der Obrigkeit, im Beisein eines Nationalrates, wurde unser Gastrecht auf das brutalste missbraucht!

Die Rolle der Schweizer Regierung

Ich möchte dem Gesamtbundesrat danken für seine Weisheit und Einstellung zum Konflikt im Nahen Osten. Unsere Aussenministerin Frau Calmy-Rey hielt sich nie an diese Gesamtmeinung. Ihr war wichtig, dass sie auf dem antiisraelischen Parkett ihren Tanz der Wichtigkeit aufführen konnte. Die Einseitigkeit ihrer Äusserungen gingen so weit, dass die getroffenen Massnahmen Israels als unverhältnismässig dargestellt wurde. Was soll aber ein kleines Land unternehmen, wenn die Angriffe auf militärischer, terroristischer und politischer Ebene die Ausradierung des Landes zum Ziele hat? Wie würde der Bundesrat handeln, wenn wir aus Schul-, Wohn- und Krankenhäusern wahllos mit Raketen angegriffen würden?
Wir fordern die Schweizer Regierung auf, dass Druck auf die arabischen Staaten ausgeübt wird. Die Anerkennung des Existenzrechts Israels ist das Minimum was die Regierung verlangen muss. Unsere Politik darf sich vor dem Gesslerhut des Islams nicht verbeugen! Die Schweiz muss sich seiner Herkunft neu bewusst werden! Das Heil kommt von den Juden, das sagt der, der am Kreuz sein Leben für uns alle gab! Gegen die Feigheit und Aggression der Terroristen ist kein Kraut gewachsen. Nur eines können wir dagegensetzen, unsere christlichen Werte! Unsere klares Bekenntnis zu Israel, das auserwählte Volk Gottes!

Gemeinde: Flagge zeigen
Christoph Meister, Pfr. Gemeindehilfe Israel, Bettingen

„Um Zions willen kann ich nicht schweigen und um Jerusalems willen nicht rasten, bis dass wie Lichtglanz sein Recht hervorbricht und sein Heil wie eine lodernde Fackel. Da werden die Völker dein Recht schauen und alle Könige deine Herrlichkeit, und man wird dich nennen mit neuem Namen, den der Mund des Herrn bestimmen wird.“ Jesaja 62, 1+2

„Über deine Mauern, Jerusalem, habe ich Wächter bestellt; den ganzen Tag und die ganze Nacht, nimmer sollen sie schweigen!
Die ihr den Herr an Zion erinnert, bleibt nicht ruhig und lasst auch ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem aufrichtet und bis er es macht zum Ruhme auf Erden.“
Jesaja 62, 6+7

Ich richte meine Worte hier auf dem Bundesplatz nicht vor allem an Euch, liebe Israelfreunde. Ich richte diese Worte an alle Christen in der Schweiz in den Landes- und Freikirchen und vor allem an unsere Verantwortlichen und Leiter: an die Bischöfe und Kirchenratspräsidenten, an die Professoren und Bibellehrer, an die Pastoren, Priester, Pfarrer, an die Leiter von Gemeinden, Werken und Bewegungen.
Ich weiss, dass viele von Euch mit uns Israelfreunden dann und wann ihre liebe Mühe haben, weil wir manchmal in der Ungeduld unserer Herzen Grenzen überschreiten, die wir nicht überschreiten sollten. Das tut mir leid! Bitte vergebt uns!
Doch bitte hört nochmals auf das, was in unseren Herzen brennt:

• Wir empfinden Scham und Schmerz, weil uns die Augen immer mehr aufgegangen sind über die tiefe Verletztheit des jüdischen Volkes, verursacht durch die 1700 jährige christliche Ablehnung, Verachtung und Verfolgung.

• Zugleich hat das Wort Gottes in uns eine neue Beziehung zum jüdischen Volk und eine Liebe zu Israel geweckt, so dass wir mehr und mehr erschrecken über die kalte und feindselige Atmosphäre, die sich beiden gegenüber in Europa wieder ausbreitet.

Viele von uns sind nicht in die Freundschaft mit Israel hinein geboren, noch darin aufgewachsen, sondern sind durch Krisen und Kämpfe, Begegnungen und Umgestaltungen hindurch in eine neue, in manchem sicher noch unausgereifte Sicht und Beziehung zum jüdischen Volk und zum Land und Staat Israel hineingeführt worden.
Wir verstehen uns als eine Vorhut, die von Gott gerufen wurde, zu sehen und mitzugehen in dem Werk, das er in unserer Zeit angefangen hat und zu seiner Zeit vollenden wird.
Wir sind nur eine Vorhut, ein schwacher Haufen, wo steht Ihr?

Seht den Feigenbaum, wie er wieder ausgeschlagen hat! Lk. 21.29ff.

• Seht, das jüdische Volk ist zurück in seinem Land, im Land der Bibel. Es spricht seine alte Sprache wieder. Ein erstaunliches, ein ausserordentliches Geschehen – mitten in der chaotischen Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts!
Längst ist Israel in dieser neuen Situation wieder ein Stein des Anstosses geworden, ein Fels des Ärgernisses, nicht nur für das Weltbild des fundamentalistischen Islams, sondern auch für die Mehrzahl der Menschen im humanistisch geprägten Europa. Jes.8,14f

Doch kann das, was mit dem jüdischen Volk in unserer Zeit geschehen ist und geschieht, für die Augen des Glaubens etwas anderes sein als ein geheimnisvolles, herausforderndes Geschichtswirken des lebendigen Gottes, der sein prophetisches Wort zur Erfüllung bringt? (5.Mose30.,4f.;Jes.35,10;43.5f.;Jer.16,14f.;23,3;31,7f.Hes.36,22ff.etc.)

Seht die saftigen Zweige am Feigenbaum, die frischen Blätter und die Erstlingsfrüchte! (Mt.24,32f.)

• Seht die messianische Bewegung, die wachsende Schar Jesus-Gläubiger Juden in Israel und in der Diaspora. Kann das, was da geschieht, für die Augen des Glaubens etwas anderes sein, als eine Auferstehung der judenchristlichen Gemeinde, die von der frühen heidenchristlichen Grosskirche verraten wurde?
Ist es nicht der Beginn der Wiederherstellung des einen, zerspaltenen Leibes Jesu Christi aus Juden und Nichtjuden?(Eph.2,11-22)

• Die Zeit ist vorbei, in der wir Christen uns als das „neue Israel“ verstehen konnten! Wie viele konkurrierende „neue Israels“ haben wir in der Kirchengeschichte doch schon hervorgebracht!

• Es ist Zeit, dass wir umkehren und erkennen, dass es nur einen edlen Ölbaum gibt, weil Gott seinen Bund mit Israel nie aufgekündigt hat. Wir alle, ob Katholiken, Reformierte, Pfingstler oder Evangelikale sind eingepfropfte Zweige und nur deshalb haben wir Anteil an der saftreichen Wurzel, die uns alle nährt und trägt. (Röm. 11,17-24)

• Die Zeit ist vorbei, in der wir Christen den König der Juden, der für die Sünden der Welt am Kreuz gestorben
ist, ohne sein Volk haben konnten! (Lk.23,33-43)

• Es ist Zeit, dass wir umkehren und erkennen, dass Jesus nicht nur als König der Juden am Kreuz hing, sondern dass er auch als König der Juden wieder kommen wird. Er selbst ist daran, sein Bundesvolk Israel und seine Stadt, das irdische Jerusalem, auf seine Wiederkunft vorzubereiten. Er sehnt sich danach, dass sie ihm zurufen: „Baruch haba beschem Adonai! – Gepriesen ist, der da kommt im Namen des Herrn!“ (Mt.23,37-39)

Liebe Verantwortliche in den Kirchen und Gemeinden der Schweiz!
Liebe Schweizer Christen!

Gott ruft uns in dieser Zeit auf:
• nochmals über unsere heidenchristlichen Bücher zu gehen!
• nochmals unsere heidenchristlichen Wege zu überprüfen! (Röm. 9-11)
• und vor allem: nochmals unsere heidenchristlichen Herzen beschneiden zu lassen! (Röm.2,28f.)

Gott wartet auf uns:
• Er wartet darauf, dass wir ihn um Augensalbe bitten, um unsere Augen zu salben, damit wir sehen, was er in unserer Zeit tut. (Off. 3, 18)
• Er wartet darauf, dass wir umkehren dort, wo fast alle unserer Väter – nicht wissend, was sie taten – falsche Wege gegenüber seinem Bundesvolk Israel gingen. (Dan. 9,4ff.; Lk. 23,24)
• Er wartet gespannt darauf, welchen der beiden im Buch Ruth vorgezeichneten Wege wir wählen: (Ruth 1,6-22) Ob wir den Weg Orpas wählen, indem wir unsere alte israelische Schwiegermutter allein und verbittert ihres Weges ziehen lassen und selber zu unserer heidnischen Mutter zurückkehren, wo wir alle ursprünglich herkommen.
Oder ob wir vom Heiligen Geist in unseren Herzen überführt und getrieben, wie Ruth mit Naomi den Weg zurück nach Israel gehen, nach Bethlehem, ins „Haus des Brotes“.
Dieser Weg ist zunächst unattraktiv und unbequem, aber es ist der Weg der Pläne Gottes: Naomi ist geprägt von Tod, Leid und Enttäuschung über ihr Schicksal und über ihren Gott. Sie hat alles verloren, ausser der Rückkehrmöglichkeit in ihr Land und damit vielleicht auch zu ihrem Gott.
Und Ruth will unbedingt mit ihr gehen, lässt sich nicht abschütteln. Denn in ihrem Herzen brennt eine Berufung, eine tiefe Liebe zu Naomi. Sie fühlt, dass sie durch ihre Einheirat in Gottes Bundesvolk auf Gedeih und Verderb mit ihrer alten Schwiegermutter zusammengehört. Denn nur so kann ihre Zukunft, ihre gemeinsame messianische Zukunft kommen.
Deshalb sagt die Moabiterin Ruth, die Urgrossmutter Davids, die prophetischen Worte, die der Herr in dieser entscheidenden Zeit uns Christen in der Schweiz ins Herz schreiben möchte, damit unsere Herzen mit seiner Liebe zu Israel erfüllt werden und unsere Füsse willig und fähig, die unbequemen Wege mit Israel zu gehen, hinein in die gemeinsame messianische Zukunft: Wo du hingehst, da will ich auch hingehen, und wo du bleibst, da bleibe ich auch; dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Ruth 1, 16
Und ergänzt vom Neuen Bund her:
Deine Zukunft ist meine Zukunft! Maranatha – unser Herr, komm! (1.Kor 16,22)

Resolution an Bundesrat und Parlament

RESOLUTION AN BUNDESRAT UND PARLAMENT BETREFFEND DAS VERHÄLTNIS DER SCHWEIZ ZU ISRAEL

In einer öffentlichen Kundgebung für Israel „Christen zeigen Flagge“ auf dem Bundesplatz in Bern wenden sich am 30.9.2006 zwanzig israelfreundliche Organisationen an die Schweizer Landesregierung und das Parlament.

Wir stellen fest, dass unsere Welt von einer neuen Welle des Antisemitismus erfasst worden ist. Gleichzeitig wächst weltweit die Bedrohung durch gewaltbereite und hasserfüllte Islamisten. Im Brennpunkt steht wieder einmal Israel, das seit seiner Gründung in seiner Existenz bedroht wird.
Wir sind sehr besorgt darüber, dass der andauernde Überlebenskampf des jüdischen Volkes und die ernste Bedrohung Israels durch den atomar aufrüstenden Iran in unserer Aussenpolitik nicht erkannt bzw. verharmlost werden. Der iranische Präsident tritt unverblümt als neuer Hitler auf und macht keinen Hehl aus seiner Absicht, Israel zu vernichten.
Wir sind besorgt darüber, dass die jahrelange islamistische Polemik in ihrer Wirkung und Brisanz auf Politik und öffentliche Meinung bis heute verkannt wird. Langjährige einseitige Berichterstattungen wirken bis in unsere Aussenpolitik hinein und werden der Situation vor Ort nicht gerecht.
So wurde im jüngsten Libanonkrieg Israel zum Urheber erklärt und für alle Folgen verantwortlich gemacht. Die wahre Ursache des Krieges aber war die Nicht-Einhaltung der UNO-Resolution, wonach die Hizbollah den Libanon hätte verlassen müssen. Der unmittelbare Auslöser war die Verschleppung von zwei israelischen Soldaten, eine Kriegserklärung, die Israel nicht tatenlos hinnehmen konnte. Das Sympathisieren mit Terrororganisationen und das Verdrehen von Tatsachen durch Schweizer Politiker wollen und können wir nicht hinnehmen.
Die durch den Krieg verursachten Leiden der Zivilbevölkerung diesseits und jenseits der Grenze und die Vergiftung der islamischen Welt durch Aufrufe zu Hass und Gewalt bedauern wir in diesem Zusammenhang sehr.
Wir sind besorgt über das Schweigen von Regierung und Parlament zu antisemitischen Handlungen in aller Öffentlichkeit. So sind auf diesem Platz in jüngster Vergangenheit Israelfahnen verbrannt, sowie Hakenkreuz- und Hizbollah-Fahnen geschwenkt worden, die unmissverständlich die Vernichtung der Juden bzw. des Staates Israel verfechten. Durch solches Schweigen machen sich die politisch Verantwortlichen mitschuldig an der Ausbreitung eines judenfeindlichen Klimas in unsrer Gesellschaft. Wir hoffen darauf, dass in Zukunft das öffentliche Zeigen von antisemitischen Symbolen in der Schweiz nicht mehr geduldet wird.
Als Christen stehen wir auf dem Fundament der biblischen Aussagen. Dem jüdischen Volk wurde vor 3000 Jahren durch Gott an Abraham ein klar definiertes Land auf dieser Erde als ewiges Erbe zugewiesen, mit Judäa und Samaria als Kernland und mit Jerusalem als ewige, unteilbare Hauptstadt. Aufgrund der gemeinsamen Basis an Werten und Glaubensinhalten stehen wir hinter Israel als Nation und hinter den Juden als Volk. Wir sprechen Israel als gottgewollte Nation unsere ganze Solidarität aus, ungeachtet jeder politischen Situation.
Als Christen und Bürger der Schweiz wenden wir uns gegen jede Form von Antisemitismus und Antiisraelismus in Politik und Gesellschaft und stehen zu den Werten Freiheit und Demokratie, die in unserem Land eine hochgeschätzte Tradition haben.
Wir fordern auch dazu auf, unsere demokratischen Werte nicht von wirtschaftlichen Überlegungen beeinflussen zu lassen.
Wir appellieren an unsere Regierung und unser Parlament, für das nicht verhandelbare Existenzrecht Israels als einem souveränen und demokratischen Staat der internationalen Völkergemeinschaft klar und deutlich einzutreten.
Wir appellieren an die politisch Verantwortlichen in unserem Land, Terrororganisationen, die das Existenzrecht Israels ablehnen, nicht als politische Verhandlungspartner zu akzeptieren.
Wir rufen dazu auf, Israel für seine besondere Situation das Verständnis entgegenzubringen, wie es in den 80er Jahren gezeigt worden ist. Unser Land sollte die einzige jüdische Nation dieser Welt in ihrem Kampf gegen Feindschaft und Terrorismus nach besten Kräften unterstützen.

Abraham Dienste | Beit Netanel | Brücke zu Israel | CFI Christliche Freunde Israels | Dienst für Israel in der Stiftung Bund der Taube | Ebenezer – Operation Exodus | Gemeindehilfe Israel | Gemeinschaft der Versöhnung GDV/COR | Hilfswerk Aktion Verzicht | Internationale Christliche Botschaft Jerusalem | Kontaktgruppe Israel | MCS Messianic Center St. Gallen, Hope for the Nations | Mitternachtsruf Missionswerk | Pianolim, For Zion’s Sake/Posaune der Rettung Israels | RETO Return-Organisation | Stiftung Schleife | Vereinigung Pro Israel | Volvieron del Sur.


Veranstalter: Israel-Werke Schweiz IWS

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