Gebets- und Diakoniereise nach Israel 2009

BOAS-Signet

Erlebnisse und Eindrücke der Israelreise vom 23. April bis 03. Mai 2009

Nein, mit unserem Herrn ist auch die 5. Reise zu den gleichen Gemeinden nicht langweilig! Jedes Jahr überrascht ER uns mit Orten, Menschen und Begebenheiten, die auch für uns „alten Hasen“ neu sind. Zudem sind aus messianischen Juden mittlerweile Freunde geworden – was für ein Segen!

Einige Highligths für mich:
• Zur Ermutigung und Freude durfte ich Israelischen Schmuck mit biblischen Verheissungen mitnehmen zum Weiterschenken. Was für eine Freude auf beiden Seiten!
• Gottesdienstbesuch in Arad. HERRliche Anbetung während uns draussen vor der Tür die orthodoxen Juden mit lautem Geschrei verflucht haben. Wir werden nach diesem Erlebnis anders für unsere Freunde dort beten!
• Treffen mit den Holocaustüberlebenden. Es waren echte Herz zu Herz- Begegnungen! Statt Ablehnung suchten alle ihre deutschen und jiddischen Worte heraus um mit uns zu reden. Sie sehen die Schweiz trotz Durban 2 als Freunde Israels. Oh Herr, erbarme Dich über uns!
• Der Applaus von drei jungen Kellnern nach dem Lebenszeugnis von Werner.
• Die zwei gegensätzlichen Festtage in Jerusalem: Gefallenengedenktag und Unabhängigkeitstag. Wie nahe Leid und Freude doch beieinander liegen! Das geht unter die Haut!
• Abendmahl auf den Mauern Jerusalems.
• Gebet an strategisch wichtigen Orten (während dem Unabhängigkeitskrieg), die heute Vorbildcharakter haben. Gemeinschaft mit Gemeindemitgliedern bei köstlichem Essen.
• Gottes fast greifbare Gegenwart auf dem Mount Carmel und in der Gebetshöhle.
• Dass wir so viel gelacht haben!

Mit Psalm 122 Regula Woiwode

„Tröstet, tröstet mein Volk“, spricht Euer Gott! (Jesaja 40,1)

In der letzten Abraham News (Ausgabe Dez.08) berichteten wir unter dem Titel „Hilfe für Holocaustüberlebende“ von einem Laufprojekt (10 km am Steiner Marathon), durch das wir zur finanziellen Unterstützung dieser Menschen in Israel aufriefen.
Zunächst noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die sich daran beteiligt haben. Es war ein wunderbares und sehr ermutigendes Erlebnis. Wir konnten ca. CHF 30 000.- mit nach Israel nehmen. Einzelpersonen, Familien, Gebetsgruppen und Gemeinden haben grosszügig gespendet! Ich bin auch nicht der einzige Läufer mit „göttlicher“ Motivation gewesen: Zwei weitere Männer (15 jähriger aus SH und Mittvierziger aus dem Bündnerland) rannten ebenfalls mit und „liefen Geld ein“ aus ihrer Gemeinde und dem Freundeskreis.
Ja, und nun war es endlich soweit. Während unserer Gebets- und Diakoniereise nach Israel trafen wir mit einer Gruppe von Holocaustüberlebenden zusammen. Organisiert hatte das für uns ein messianisches Pastorenehepaar. Durch die Freundschaft zu den Leitern einer Organisation mit dem Namen „Sikaronn“ (Erinnerung) haben diese Gemeindeleiter aus Ashdod seit Jahren sehr gute Beziehungen zu Holocaustüberlebenden in Stadt und Region.
Was würde uns wohl erwarten, dachte ich und jede der zwölf Frauen, die zu unserer Gruppe gehörten? Welche Gefühle würden uns entgegen gebracht werden? Abtastend, reserviert, höflich- aber kalt oder sogar offene Feindseligkeit, Schmerz und aufgewühlte Trauer? Würde man miteinander sprechen können und/oder wollen? Wie standen die Tische im Raum und wie sollte man sich setzen? Viele Fragen und ein mulmiges, flaues Gefühl in der Magengegend. Während wir so zum Herrn kamen, sprach Er zu Regula (meiner Frau): “Was glaubst du eigentlich, was ich die letzten 60 Jahre gemacht habe?“ Tief beschämt darüber hatte sie den Eindruck, dass Gott uns überraschen würde und es sogar fröhlich werden könnte. Aber was uns dann erwartete, übertraf unsere kühnsten Vorstellungen und Erwartungen!
Schon beim ersten Zusammentreffen im Foyer des Restaurants ein lautes und fröhliches: „Shalom“ und „Hallo.“ Das Eis war sofort gebrochen. Als wir dann in den Saal eintraten, verschlug es vielen von uns die Sprache; höchstens von begeisternden und entzückten Aaaah- und Ooooh- Rufen unterbrochen. Der Saal, die Beleuchtung, die gedeckten, runden Tische, die seidenbezogenen Stühle,die Kellner in weissen Handschuhen – alles hatte den Hauch von Hochzeitsfeier an sich. Es war fantastisch! Einfach wunderbar! Wir verteilten uns so, dass an jedem Tisch einige von unserer Gruppe mit Holocaustüberlebenden zusammen sassen. Der Vize-Bürgermeister von Ashdod war ebenfalls dabei und gab dem Ganzen einen offiziellen Charakter. Keine Spur von Sprachlosigkeit an den Tischen! Alle versuchten mit „Händen und Füssen“, einigen Brocken deutsch und jiddisch mit uns zu reden. Man hörte Lachen und Gläser klingen:“ Le chaim! Zum Leben! Sei gesund!“ Für viele war es das erste Mal in ihrem Leben, dass sie solch ein Essen in diesem Rahmen geniessen konnten.
Wir können nichts von dem grauenvollen Leid, das sie erlebt haben, wieder gut machen; mit keinem Geld der Welt! Das war und ist uns bewusst. Es wurden dankbare Reden gehalten: vom Bürgermeister, dem Vorsitzenden von „Sikaronn“ und man merkte, dass ihre Herzen berührt worden sind. (Unsere auch!) Ich machte auch ganz deutlich, wer und welche Motivation hinter dieser ganzen Aktion steht. Es war und ist Gottes Liebe zu seinem auserwählten Volk, zu ihnen und zu uns, die das ermöglichte. Und als ich das Erlebnis schilderte, wie Jesus in mein Leben gekommen ist und alles neu gemacht hat, da flossen bei einigen die Tränen und die drei jungen Kellner klatschten begeistert Beifall.
Es war ein tiefes, unvergessliches, beschämend und doch auch begeisterndes Erlebnis, dass wir haben durften. Wir glauben und beten, dass Gott jedem von ihnen, einschliesslich der Kellner, die Augen und Herzen für seine Liebe öffnen wird. Jeder der Holocaustüberlebenden bekam, neben einer koscheren Tafel Schokolade, einen Betrag von CHF 500.- Wir zahlten natürlich auch das Essen (zu einem für Schweizer Verhältnisse schier unglaublich günstigen Preis). Das restliche Geld (ca.CHF 15 000) überreichten wir unseren messianischen Freunden mit der Auflage, es für eine spezielle Verteilaktion von Esspaketen zu verwenden. Sie machen das in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen von „Sikaronn“. Uns ist ja auch daran gelegen, dass die freundschaftliche Beziehung zwischen ihnen weitergeht und vertieft wird.
Noch einmal vielen herzlichen Dank für jede Spende, die das ermöglicht hat! Über allem danken wir Gott für seine Gnade und Barmherzigkeit für sein Volk und für die Möglichkeiten, die er uns gibt, sein Volk zu trösten und so seine Liebe sichtbar zu machen.
Werner Woiwode

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