Fasten- und Gebetswoche in Andermatt 2011

3. – 9. Oktober in Andermatt

Zuerst möchte ich unserem Gott danken und IHM die Ehre geben über dieser Woche. ER hat sie gewollt, initiiert, den Ort bestimmt, die TeilnehmerInnen zusammengerufen, uns zu einer Einheit werden lassen. Und Er hat gehandelt, geführt, gezeigt, verändert, gesprochen. Ganz persönlich zu jedem einzelnen, aber vor allem auch zu uns gemeinsam, als ein Teil des Leibes Jesu in der Schweiz. Wenn man eine Woche lang Tag und Nacht ganz bewusst in der Gegenwart des Herrn verbringt, ohne zu Essen und andere Ablenkungen, dann könnte wohl jeder der TeilnehmerInnen einen mehrseitigen Bericht darüber schreiben. Ich möchte, mit Gottes Hilfe, hier nur das weitergeben, von dem ich persönlich glaube, dass es für die Gemeinde sehr wichtig ist; ganz einfach deshalb, weil dies Gottes Absicht war- nämlich sich durch diese Fastenwoche seinem Leib mitzuteilen! Ich möchte es in drei Bereiche aufteilen: Das Wo, das Was, das Wann.

Das Wo:
Wieso mussten wir nach Andermatt? Warum in das Gasthaus Altkirch? Gott gewährt uns oftmals durch das, was wir im „Natürlichen“ sehen einen Blick ins Übernatürliche. Was sehen wir momentan in Andermatt? Es ist eine der größten Baustellen der Schweiz. Veränderung ist angesagt! Und das im Herzen der Schweiz, im Urkanton Uri! Und ebenso ist es mit dem Gasthaus Altkirch, in dem wir residierten. Es sind die letzten Wochen, in dem es seinem ursprünglichen Zweck dient, bevor es zu einem Haus der Hoffnung für Suchende und Hilfsbedürftige wird. Es ist alles bereit (die Herzen der Verantwortlichen werden vor- und zubereitet). Auch da ist Veränderung angesagt!

Gottes Gemeinde ist momentan eine Baustelle. „Er reißt aus und nieder. Er richtet zu Grunde und bricht ab. Warum? Um zu bauen und zu pflanzen.“ (Jer1,10)

Also wenn dein persönliches Leben, oder deine Gemeinde einer Baustelle gleicht, dann sehe und beurteile es aus dieser Perspektive! Und freu dich. Es wäre schrecklich wenn Gott es einfach so lassen würde wie es war oder ist.

Das Was:
Das Wort, welches Gott uns vor und für diese Woche gab, war Joel 2,12-13! Da wird unser Herz zweimal angesprochen: „Kehrt um mit eurem ganzen Herzen. Und zerreißt euer Herz und nicht eure Kleidung!“ Also Gott ging es immer schon und geht es immer noch ganz offensichtlich um unser Herz! Jesus hat vorausgesagt, dass es ein Zeichen dieser Endzeit sein wird, dass die Liebe bei vielen erkalten wird. Und er meint damit nicht die Welt, sondern Menschen innerhalb der Gemeinde. Wir erlebten das in Andermatt buchstäblich: Gott ließ uns fühlen – und zwar gesamthaft- wie kalt, lieblos und hart unsere Herzen im Grunde sind. Obwohl wir entsetzt und schockiert darüber waren, ist es uns nicht möglich gewesen, diesen Zustand von uns aus zu verändern (lies bitte den Bericht von Regula dazu). Es sei nochmals gesagt, dass Gott nicht nur unser persönliches Herz offenbarte, sondern er zeigte uns den Herzenszustand seiner Gemeinde. Liebe Geschwister, ich rede von uns allen! Maßstab dieser Liebe ist 1.Kor13! Wir brauchen dringend Veränderung! Lassen wir den Heiligen Geist unser Herz zu seiner Baustelle machen, wo er aus- und niederreißen darf, um zu bauen und zu pflanzen. Hören wir endlich damit auf unsere Kleider zu zerreißen und lassen IHN stattdessen an unsere Herzen! Gott gab uns ein weiteres Bild, bzw. Beispiel, dass ER gewillt ist dies zu tun. Jemand aus der Gruppe (aus dem Kanton Uri) hatte plötzlich einen harten Knoten in der Brust. Ein anderes Bild für unseren verhärteten Herzenszustand. Unser himmlischer Vater veränderte diesen Zustand unserer Schwester und der Knoten verschwand, alles wurde wieder weich.

Ein weiteres Wort, das Gott direkt zur Gemeinde spricht: „Hängt euer Herz an nichts anderes als an mich. Seid jederzeit bereit alles und jeden loszulassen!“

Das Wann:
Liebe Geschwister, ich bin fest davon überzeugt, dass auch der Zeitpunkt nicht einfach so gewählt wurde, wie es unsere Agenda halt zuließ. Nein, sondern Gott richtete es so ein, dass Yom Kippur in gerade dieser Woche gefeiert wurde. Es ist der höchste und wichtigste jüdische Feiertag (Versöhnungstag). Auch hier bin ich überzeugt, dass Gott uns als Gemeinde etwas sagen möchte. Zum einen geht es noch einmal um die grundlegende Botschaft des Evangeliums: „Lasst Euch versöhnen mit Gott!“. Wir denken dabei immer zuerst an die Menschen, die Gott noch nicht kennen. Hier geht dieser Ruf aber zuerst an die Menschen seiner Gemeinde, an uns!! Wenn wir unsere Herzen nicht verändern lassen und weiterhin nur „unsere Kleider zerreissen“, nicht gewillt sind umzukehren, dann sind wir nicht versöhnt mit Gott.

Ein weiterer Aspekt ist die Versöhnung mit unseren Wurzeln, den jüdischen Geschwistern. Nach Eph 2,11-22 sind Juden und Heiden eins in Christus. Unversöhnt, ob in Bezug auf Gott oder die Juden, bedeutet letztendlich Tod!

Und wir wollen nicht zu denen gehören, die dem Namen nach leben, aber doch tot sind (Off 3,1-2), sondern ER soll in und durch uns leben können und dürfen!

Wir sind fest davon überzeugt, dass Gott eine „Neue Zeit“ für seinen Leib in der Schweiz anfangen lassen will. Dies kam auch dadurch zum Ausdruck, dass ein Teilnehmer, der während dieser Woche Geburtstag hatte, an diesem Tag eine neue, andere Uhr anlegte und sagte: „Heute fängt für mich eine Neue Zeit an!“ Wir nahmen und nehmen dies als ein prophetisches Wort und Zeichen für die Gemeinde im Land! Deshalb die dringende Bitte: „Heute wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht!“

Werner Woiwode

 

Wie die Fastenwoche war? Wie eine Reise, von der man keine Ahnung hat, wo es hingeht; was auf dem Programm steht – man dem Reiseführer aber rückhaltlos vertraut, weil man ihn schon lange kennt und er sich immer als der zeigt, der jede Situation voll im Griff hat (grad auch die schwierigen). Und so war es dann auch: Wir sind singend und jubelnd über Höhen gewandert, haben im finsteren Tal ausgeharrt und immer wieder gestaunt, wie krea-TIEF ER uns geleitet hat: Tag und Nacht, Schritt für Schritt; mit Seinem Wort als Leuchte für unsere Füße.

Die Kraft des gemeinsam laut gelesenen Wortes Gottes hat mich wieder neu total begeistert und im tiefsten Herzen berührt! Unbeschreiblich, was an Stärke und Macht davon in die sichtbare und unsichtbare Welt ausgeht! Gerade auch, wenn es eine kleine Gruppe fast Wort für Wort ins Gebet führt! Eine gewaltige Erfahrung! Man konnte die Gegenwart Gottes mit Händen greifen!

Eindrücklich wie vielfältig der Herr zu uns gesprochen hat: Durch sein Wort, (proph.) Eindrücke, das Wetter, Krankheiten, Teilnehmer An- oder Abwesenheit, außergewöhnliche Vorkommnisse im Haus, Plakate, Gespräche, Lieder, Bilder, etc. Es bewegt mein Herz, dass wir einen Herrn haben, der sich mitteilen WILL – Halleluja! Wer Ohren (und Augen) hat, der höre!

Gestaunt habe ich auch, wie Gott aus diesem kunterbunten Haufen eine Gruppe gemacht hat, die gemeinsam in Seinem Tempo vorwärts ging! (Danke Euch so herzlich, dass Ihr gekommen seid- wir lieben Euch!) Das war echt stark! Wie ER uns wirklich als stellvertretenden Teil des Leibes Jesu in der Schweiz angenommen und uns ein Stück seines Herzens darin offenbart hat. Das auszuhalten war schwierig! Nicht, weil es so schmerzhaft war, nein, es war die Gleichgültigkeit, das Harte-Kalte in unseren Herzen. Es war mir sogar egal, dass es mir egal war…..Gibt es etwas Schlimmeres?!?! Diese Starre hat die gesamte Gruppe lahmgelegt; nichts ging mehr! Wie sollen wir da weiterbeten können? Wir haben Stunden auf den Herrn gewartet – zum Teil mit körperlichen Schmerzen. Nichts geschah. Bis plötzlich ein Alarm losging… Brot und Fleisch sind von innen auf die verriegelte Tür Falle des Kühlraumes gefallen, haben die Tür mitten in der Nacht geöffnet und die Kälte strömte aus der Kammer. Schon um acht Grad war sie gesunken. Welch ein Bild – welch ein Trost: Jesus hat durch sein Sterben am Kreuz die Riegel zerschlagen! Unsere Herzenstür ist offen – die Kälte weicht; unsere Herzen tauen auf = Alle Hartherzigkeit und Gleichgültigkeit wird weichen! Wir WERDEN ein Herz bekommen, das mit dem Herrn weint und lacht; dem alles wichtig ist, was IHM wichtig ist – das vollen Anteil nimmt an IHM und dem, was Ihn bewegt! Und nicht nur wir, die wir dabei waren. Nein, es gilt dem Leib Jesu als Ganzem! Danke Herr!

Diese Zeit mit Dir auf dem Berg ist lebensverändernd. Ich liebe Dich, Herr!

Regula Woiwode

 

Immer noch bin ich überwältigt und voll mit dem, was Jesus in dieser Woche getan hat. Es ist schwierig, die Geschehnisse und Gefühle in Worte zu fassen. Bei mir ganz persönlich hat es einen enormen Hunger entfacht, schlicht und einfach nach Begegnungen mit Jesus. Zu Beginn der Woche fragte er mich: „Bist du bereit ein Josua zu sein? Mich zu suchen und das Zelt der Begegnung nicht mehr zu verlassen?“ So habe ich, abgesehen von einigen Stunden in der Nacht und den Teamsitzungen, meine gesamte Zeit im Gebetsraum verbracht. Es war absolut herrlich und hat mir einmal mehr gezeigt, dass ER einfach genügt! Das Bewusstsein, dass 24h am Tag angebetet wird, war sehr speziell. Zu jeder Tages- und Nachtzeit konnte man aufstehen und gemeinsam mit Anderen in die Gegenwart Gottes eintauchen. Für mich fühlte sich das an wie Himmel auf Erden. Die Vielfalt des Reiches Gottes ist wunderbar. Es gab Zeiten, in welchen wir aus Freude am Herrn tanzten, dann wiederum lagen wir einfach still auf unserem Angesicht. Wir vergossen Tränen aus Reue für Dinge die geschehen in unserem Land, oder errangen Siege durch geistliche Kampfführung.

Ansonsten war es erstaunlich zu sehen, wie all die Teilnehmer Tag für Tag mehr zu einer Einheit zusammen gewachsen sind. Aus der Distanz zu Beginn, wurden jeden Tag mehr Freundschaften geknüpft. Worte der Ermutigung wurden weitergegeben, man betete für- und miteinander und unterstützte sich in den verschiedensten Anliegen.

Wunderbar zu erleben war, wie der Heilige Geist die ganze Woche nach SEINEM Willen gestaltete. Wir kamen ohne Notizen, ohne Programm und waren somit zu 100% auf seine Hilfe und Führung angewiesen. Kein Tag glich dem anderen. Was wir jedoch bemerkten war, dass es wie ein „Aufbau“ war. Die Gebets- und Worshipzeiten nahmen an Intensität zu und der Heilige Geist offenbarte uns die jeweiligen Anliegen des Herzens Gottes. Besonders auch das laut gelesen Wort Gottes hatte eine starke Kraft.

Für mich war es wunderbar, diese Woche mit meiner ganzen Familie zu erleben. Als Teil des Teams kann ich sagen, dass ich sehr dankbar bin für die grossartige Leitung der Woche, vor allem durch meine Eltern. Ich konnte so viel von ihnen lernen. Es hat mich beeindruckt zu sehen, wie sensibel sie für das Reden des Heiligen Geistes sind und wie kompromisslos sie alles tun, was er ihnen sagt.

Ich bin mir sicher, dass vieles geschehen ist in der sichtbaren- und noch viel mehr in der unsichtbaren Welt. Einiges erkennen wir schon, bei anderem vertrauen wir drauf, dass Gott es wachsen lässt. Fest steht, dass diese Woche grossen Einfluss hat auf unser Land, sowie auch auf mein persönliches Leben. Dafür bin ich Gott von Herzen dankbar!

Hanna Woiwode

 

Im Zuge der Aktion „Blast die Trompeten“, die ein Weckruf für die Gemeinde und ein „in Erinnerung bringen bei Gott“ (vgl. 4.Mose 10. 1-10) ist, führte uns Gott in eine Woche des Fastens und Betens.

Es ist schwierig zu beschreiben oder Worte zu finden „wie es gewesen ist“. Was ich sagen kann ist, dass Jesus es wert ist, sich für IHN abzusondern und sein Leben IHM ganz hinzugeben. Er war da und es ist einfach eine Freude und Ehre vor Ihm zu sein und sein Herz zu teilen. In seiner Gegenwart bleibt nichts wie es war und ich durfte auch ganz persönlich erleben wie Gott mir Einstellungen, Ansichten und Herzensregungen aufzeigte, die nichts mit Ihm zu tun haben. So durchleuchtet zu werden ist, wie die meisten von euch wissen, einerseits wunderbar und auf der anderen Seite natürlich nicht immer angenehm 😉 Doch ich bin so dankbar für alles was so ans Licht kommt und ein Stück weit (und auch Ganzheitlich) geheilt oder geheiligt werden darf. (Für alle die sich jetzt fragen: „Was meint er denn zum Beispiel?“ Also z.B. Eine Selbstbezogenheit, die tragischer Weise so ziemlich jeden Bereich von mir durchzieht, aber für unseren Gott nicht wirklich ein Problem darstellt) Es gäbe hier eine lange Liste von Dingen aber ich bin sicher Ihr könnt euch etwa vorstellen worum es geht und wenn nicht: Probiert es aus! Es wird mit Sicherheit kommen, wie gesagt: Seine Gegenwart verändert 😉

Was ich euch aber noch erzählen möchte ist folgendes: In erster Linie kam ich ja nicht wegen mir dorthin und Gott hat nicht nur an uns persönlich sondern auch an unserem Land etwas getan. Hierzu muss ich anmerken, dass diese Veränderungen oft im Glauben ergriffen werden und sich manchmal erst später manifestieren. Doch ich bin sicher und man hat gespürt, dass „etwas gegangen ist“. Während einer Session ging es speziell um einen der Ur-Kantone Uri und wir eröffneten erst in unserem gemütlichen Raum prophetisch eine neue Gnadenbrücke anstelle der Teufelsbrücke die nach Andermatt führt. Als sichtbares Zeichen machten wir diesen Akt dann ganz praktisch vor Ort und durften, wie ich finde, bei etwas Grossem dabei sein. Im wahrsten Sinne des Wortes wurde dem in Uri sehr präsenten Teufel Land abgenommen und für unseren König geheiligt. Auch hierzu muss ich wieder um Nachsicht mit meiner unbeholfenen Ausdrucksweise oder vielleicht sogar der deutschen Sprache bitten. Himmlisches kann oftmals nicht mit irdischer Sprache veranschaulicht werden. Nicht selten fühlte ich mich wie einer eben dieser „Träumenden“ aber glaubt mir: Der Herr hat Grosses an Ihnen, unserem Land und uns getan. Halleluja!

Jonas Woiwode

 

„Wir wollen nun Gott bitten, dass er uns sein Herz offenbart, damit wir fühlen können, was er fühlt und sehen können, was er sieht über der Schweiz“, leitete Werner uns in die Gebetszeit. Mir fiel es oft schwer für mein eigenes Land zu beten. Was und wie sollte ich beten? Ich war froh in einer Gruppe zu sein, damit ich von meinen Geschwistern lernen konnte. Leise bat ich Gott um eine Offenbarung seines Herzens. Doch anstatt des erwarteten Herzensdurchbruch stieg totale Gleichgültigkeit in mir auf. Meine Gedanken kreisten wild umher, sie waren überall, nur nicht in Andermatt, an der Fastenwoche. Beschämt über mich selbst, versuchte ich erneut, mich auf Gott auszurichten und auf ihn zu warten. Das konnte doch nicht sein! Es geschah überhaupt nichts.

Woran das wohl lag? Um mich herum nahm ich ein Weinen und Schluchzen war. Nun war für mich alles klar. Ich war der totale Sonderfall! Mein Herz war tot und zeigte keinerlei Regung! Noch während ich mir weiter darüber Gedanken machte, brach eine Stimme die betroffene Stille: „I-ich kann es nicht fassen! Die einzigen zwei die weinen, sind nicht einmal Schweizer. Ich fühle überhaupt nichts, ausser Gleichgültigkeit. Es ist so erschreckend. Aber ich glaube genau das ist der momentane Zustand der Schweiz: Uns sind die Dinge komplett egal!“ Ich verspürte plötzlich einen enormen Schmerz in meinem Herz. Regula hatte die Wahrheit ausgesprochen! „Jesus, ich möchte nicht länger in diesem Zustand sein! Ändere etwas in mir aber auch in unserem Land!“ Doch auch Stunden später regte sich mein Herz kein bisschen. Was blieb, war der Schmerz.

Auch die nächsten beiden Tage verliess er mich nicht. Dann, während einer Gebetszeit mit einer Freundin, geschah das Unglaubliche: Ich sah mein Herz in den Krallen eines schwarzen Adlers. Er hatte sich darin festgekrallt. Das Herz hatte nicht die Möglichkeit zu schlagen. Leblos und unter der Herrschaft eines Anderen lag es im inneren meines Körpers. „Ich hatte ein Bild…“, begann ich aufgeregt zu erzählen. „ Er muss weg, damit ich frei bin und wieder fühlen kann!“ Ich hörte die Freundin beten und sogleich liess der Adler langsam los. Er wollte nicht, doch irgendetwas brachte ihn dazu. Mein ganzer Körper begann zu zittern und zu schmerzen. Ich fühlte mich wie in einem Kampf. Irgendwann war mein Herz aus den Klauen des Bösen, doch ganz ablassen wollte er immer noch nicht. Im Sturzflug versuchte er abermals wieder mein Herz zu packen, doch es gelang ihm nicht. Tränen rannen mir über die Wangen und ein lautes Schluchzen erfüllte den Raum. Der Kampf war vorbei und anstatt der Schmerzen durchströmte mich eine angenehme Wärme. Das erste Mal in meinem Leben spürte ich mein Herz schlagen. Es ist auferstanden! Halleluja!

Gott hat mir zuerst mein eigenes Herz offenbart und geheilt! Sodass ich bereit bin überhaupt eine Regung SEINES Herzens wahrzunehmen. Ich bin Gott und auch dem Abraham- Team unglaublich dankbar für diese überaus spannende Woche. Danke, dass ich dabei sein durfte!

Sarah

 

Liebst Du mich? – Begegnung vor dem Kreuz

So genau weiss ich eigentlich gar nicht, was ich erwartete, als ich da vor dem Kreuz und diesem Bild kniete, von Angesicht zu Angesicht mit dem Gekreuzigten. Diese Frage: „Liebst Du mich?“ ging mir zu Herzen.

Ich wusste, dass ich Jesus liebe als meinen Erretter, der mich aus der Dunkelheit ans Licht brachte. Ich liebe IHN, weil ER mir den Vater zeigte, der mich bedingungslos liebt als sein Kind, sein geliebtes Mädchen. Durch die Höhen und Tiefen meines Lebens durfte ich Jesus als meinen engsten Freund erleben, der stets an meiner Seite geht, und IHM immer wieder bekunden: „ Ich liebe DICH!“ Und nicht zuletzt durfte ich meinen Jesus ertasten als meinen Geliebten und Bräutigam, den Liebhaber meiner Seele, dessen linker Arm unter meinem Kopf liegt und dessen Rechte mich umfasst, über mir das Banner SEINER Liebe. Mein Geliebter, ich liebe DICH!!!

Mein Blick geht zurück auf den Gekreuzigten, der SEINEN Blick auf mich richtet und mich fragt: „Liebst Du mich? Schau mich an, ICH bin nicht länger nur Dein Retter, Dein Freund, Dein Vater, Geliebter und Bräutigam… ICH bin der Mann der Schmerzen, mit Leiden vertraut. Liebst Du mich?“ Ich spürte diese Dringlichkeit in dieser Frage, dieses Verlangen von Jesus, von mir geliebt zu werden, in allen Aspekten SEINES SEINS, auch im Angesicht SEINER Schmerzen und Leiden die ER um meinetwillen erduldete.

Ich schaute wieder auf das Bild und realisierte, das ich da nicht alleine war, sondern eine von denen, die da vor dem Kreuz waren, so wie ich in diesem Moment. Was brachte sie an diesen Ort des Leidens und der Schmerzen?

Der ausgestreckte Finger von Johannes dem Täufer zeigt auf IHN mit den Worten: „ER muss wachsen, ich aber abnehmen.“ Einer der wusste, dass es nicht um ihn geht, sondern um den, der grösser ist als er. Ein Wegbereiter, der IHM den Weg bereitete und selbst zurückstand. Ein Rufer in der Wüste, der andere zur Umkehr leitete. Einer, der in den vorbereiteten Werken von Gott lief, ohne Anerkennung zu fordern. Seine Anerkennung war, IHM Ehre zu geben, und IHM den Platz zu geben, der IHM gebührt. IHM, der über Allem steht.

Neben dem Kreuz erblicke ich Maria mit ihrem Ölgefäss. Alles hatte sie für Jesus hingegeben, ihr kostbarstes an IHN verschwendet und über SEINE Füsse ausgegossen, nichts zurückgehalten. Was für ein Wohlgeruch der vollkommenen Hingabe!

Ich schaue auf Maria, die Mutter von Jesus. Sie hatte IHN empfangen, IHN unter ihrem Herzen getragen und Ihn hineingeboren in diese Welt und für diese Welt mit dem Satz auf ihren Lippen: „Es geschehe mir nach DEINEM Wort!“

Daneben stehend der Jünger Johannes von dem es heisst, dass Jesus ihn liebte. Er hatte seinen Kopf an das Herz von Jesus gelegt, SEINE Nähe gesucht und sich danach gesehnt, dieses Herz von Jesus zu ergründen.

Ist das der Preis, den es kostet, dem, den es sein Leben gekostet hat, im Angesicht des Todes in die Augen zu schauen? Mit IHM zu sterben, um dann mit IHM für immer zu leben? Zu erkennen, dass es nicht länger um mich, sondern nur um IHN geht? IHM den Weg zu bahnen in meinem Leben und in meinen Beziehungen, und IHM immer wieder den Platz zu geben, der IHM gebührt, erhoben über Allem was mein Leben scheinbar ausmacht? IHM mein Kostbarstes hinzugeben, nichts zurückzubehalten, mich und mein ganzes Leben und meine Zeit an IHN zu verschwenden, mich IHM total hinzugeben? IHN immer wieder neu zu empfangen, an meinem Herzen zu tragen um IHM Hände und Füsse zu sein in dieser Welt, gemäss SEINEM Wort? IHN zu lieben und von IHM geliebt zu werden? Meinen Kopf an SEIN Herz zu legen um zu ergründen, was auf SEINEM Herzen ist?

Wieder schaue ich auf den Gekreuzigten und ich spüre, wie ein leises aber bestimmtes Bekenntnis sich den Weg bahnt:

„HERR, DU weisst alles; DU erkennst, dass ich DICH liebhabe.“

Karin Wipf

 

In den Vorbereitungen zur Fasten- und Gebetswoche wurde die Liste, was ich alles mitnehme, immer länger und bunter. Ich hatte keinerlei Vorstellungen, als ich da von Herisau über Land durch die schöne Schweiz nach Andermatt fuhr, wie diese Woche wird. Ich bin im Gasthof Altkirch angekommen, habe das Auto mit Hilfe von Beteiligten ausgeladen und bin in diese verwandelbare Runde eingestiegen und habe das Haus bis auf zwei gemeinsame Aufgaben bis Sonntag-Mittag nicht mehr verlassen. Dabei kam es mir vor, als sei ich doch erst angekommen! Hatte ich doch vergessen, wie schön es sein kann, einfach Zeit mit GOTT und Menschen nonstop zu verbringen… Jemand hatte auch ein Bild, dass wir in einer Spielstrasse sind, und da war keine Stimme die rief: Daniela, nach Hause!… Ich war zu Hause!

Es war herrlich zu sehen, wie aus dieser Gemeinschaft aus verschiedenen Schweizer-Richtungen mit verschiedenen Hintergründen und Standorten unser VATER im Himmel eine Einheit schaffte, wie nur ER sie kann .Entscheidungen, die innert Minuten, Stunden getroffen wurden, zusammen mit dem Wort GOTTES lesen, gaben dieser Woche einen harmonischen Fluss, der zuerst ein spärlich fliessender Bach war und zu einem starken Strom wurde, wo wir zusammen lachten, weinten, uns freuten, ausharrten, einander stützten, Mauern wiederherstellten, Durchbrüche schafften, zu Neuem aufbrachen, tanzten, uns verändern liessen, aufeinander zugingen… Schade war diese Woche so schnell vorbei.

Daniela

 

Wir wurden so herzlich empfangen von dem Wirteehepaar, Bea und Fredi Regli. Obwohl wir 26 Teilnehmer nichts assen, sorgten sie immer wieder für ausreichend zu trinken, auch in Form von Bouillon mit wechselnden leichten Geschmacksnuancen. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten haben wir einen ausgedehnten Bussteil gemacht und dann haben wir uns ausführlich vom Wort Gottes ernährt und in dem Wort steckt eine solche Kraft, dass ich nur darüber staunen kann. Werner und Regula haben immer wieder für mich vollkommen faszinierende Aspekte aus der Bibellektüre aufgegriffen und sie auf die ganze Schweiz bezogen, z.B. haben wir aus dem 1.Mose einfach mal die Familiengeschichten aufgegriffen und für alle Ehen gebetet oder später dann für den Leib Christi bzw. die Gemeinden in der Schweiz.

Im Lauf der Zeit habe ich alle Teilnehmer so richtig ins Herz geschlossen, die bunte Schar im Alter von 21 bis 77 Jahren, und ich kann noch gar nicht so richtig ermessen, was für Auswirkungen die Fastenwoche wirklich hat und haben wird. Ich weiss nur, dass mein Feuer, das nur noch geglimmt hat, wieder voll entfacht ist und ich jetzt noch mehr Hunger und Durst nach dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist habe. Und dass zumindest deutschschweizweit wichtige Vernetzungen stattgefunden haben.

Christine

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