Gebets- und Diakoniereise nach Israel 2012

BOAS-Signet

19. – 29. April 2012

Wenn man ein Motto für die diesjährige Reise festlegen müsste, wäre es wohl: „Von Herrlichkeit zu Herrlichkeit“. Die Eindrücke und Erlebnisse sind so zahlreich, dass ich einfach einige Höhepunkte herauspicken möchte. Aber zusammengefasst können wir sagen, wir waren zur rechten Zeit am rechten Ort und haben Gottes Handeln beobachten dürfen. Was für ein Vorrecht!

1. In unsere 10-tägige Reise, fielen diesmal 3 israelische Feiertage. Der Holocaust- Gedenktag, der Gedenktag für die gefallenen Soldaten und der Unabhängigkeitstag. Es hat uns tief berührt mitzuerleben, wie nahe beieinander Freude und Leid bei diesem Volk liegen. Am Gedenktag für die gefallenen Soldaten hörte man die Kriegssirenen in jeder Stadt. Für eine Minute stand das GANZE LAND still. Es war absolut eindrücklich. Abends gab es in jedem Dorf eine Gedenkfeier, wo wir teilnehmen durften. Keine 24 Stunden später wandelte sich die Atmosphäre komplett: Überall waren Fahnen zu sehen, die Leute tanzten auf den Strassen und es gab Feuerwerk. Die Israelis feierten den 64. Geburtstag ihres Landes. Was für einen treuen Gott wir doch haben!
2. Wir durften das einzige messianisch/christliche Altersheim von Israel in Haifa besuchen. Anhand eines Filmes wurden wir zuerst über die Arbeit und Gründer informiert. Anschliessend durften wir Zeit mit einem Bewohner, Heinz Pollak, verbringen. Er ist 99 Jahre alt, Jude und kommt ursprünglich aus Deutschland. Ein Grossteil seiner Familie ist in den KZ während des 2. Weltkrieges umgekommen. Heinz jedoch wurde von Dietrich Bonhoeffer aus Deutschland geschmuggelt. Es war sehr interessant und bewegend, einen Teil seiner Geschichte zu hören. Er erzählte uns, wie er den Deutschen vergeben hat und schlussendlich konnten wir noch mit Heinz beten.
3. Wir hatten das Vorrecht, zum ersten Mal als Gruppe, die sogenannte Westbank zu bereisen. Mit einem gepanzerten Bus und bewaffneten Gemeindemitgliedern machten wir uns auf den Weg. Unser orthodoxer Fahrer (!!!) brachte uns geradewegs ins Palästinensergebiet. Was für eine spezielle Mischung wir an diesem Tag hatten: Wir besuchten Shilo, die Berge Garizzim und Ebal (Segen und Fluch) und hörten dabei tiefe Botschaften von Ofer Amitai über den Charakter Gottes. Was mich ebenfalls sehr beschäftigt hat, war der Unterschied zwischen jüdisch- und arabischem Gebiet: Kaum hatten wir den Checkpoint überquert, war das Land nicht mehr bestellt, die Häuser heruntergekommen, alles verdreckt und die Frauen vermummt. Es kam mir wirklich vor, als seien wir in einem komplett anderen Land. Die total andere Mentalität ist auch im Natürlichen sichtbar. Doch immer wieder fuhren wir an jüdischen Siedlungen vorbei. Umgeben von hohem Stacheldraht, bewacht von unzähligen Soldaten, sah man doch von weitem wie es im Inneren blühte und grünte. Wie gesegnet ist dieses Volk, trotz allem, was sie durchmachen mussten, denn Gott ist auf ihrer Seite.
4. Wir besuchten diesmal nicht unsere üblichen drei Stationen. Gott hatte uns Türen verschlossen, gleichzeitig aber neue geöffnet. So kamen wir vom See Genezareth nach Süden – nach Beerscheba und konnten mit eigenen Augen sehen, wie sich das Wort aus Obadja 1,20 erfüllt. Wir besuchten eine spanisch sprechende Gemeinde und hatten ein ermutigendes Treffen mit den Leitern. Sie haben viel Schweres und Anfechtung durchlebt und wir wuschen ihnen die Füsse als Liebesbeweis des Vaters, der sie nicht vergessen hat und alles sieht. Es flossen viele Tränen und wir konnten sehen, wie etliche Lügen des Feindes entmachtet wurden.

Vieles wäre noch zu berichten. Von unseren Putz- und Streichaktionen, dem „Fötzle“ am Berg der Seligpreisungen; von diversen Gebets- und Lobpreiszeiten oder all den wertvollen Geschwistern, die wir getroffen haben. Aber über allem können wir sagen: Baruch HaBa BeSchem ADONAI! Gesegnet sei, der da kommt im Namen des HERRN!
Hanna Woiwode

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