Gebetswoche in Auschwitz

21.- 27. Jan 2015

27. Jan 1945: An diesem Tag wurden die KZs Auschwitz und Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit. Es bot sich ihnen ein Bild des Grauens.
70 Jahre später trafen sich 150 Personen zum Gedenken, Busse und Gebet in der Stadt Oswiecim; 200 m vom Lager Auschwitz 1 entfernt. Darunter 20 messianische Juden und 130, mehrheitlich geistliche Leiter aus ca. 10 Nationen.
Was soll man nach solch einer Woche schreiben? Dass wir viel geweint haben? Dass unsere Herzen zerbrochen sind beim Abendmahl am Selektion Punkt, der Judenrampe? Dass die Zeugnisse von Überlebenden uns den Hals zugeschnürt haben? Dass unsere jüdischen Freunde vor den schwarz-weissen Fotos vieler Opfer „AM ISRAEL CHAI“ gesungen und getanzt haben? Was es für ein Gefühl ist, wenn eine Israelin die Namen ihrer ermordeten Verwandten und die Orte der betreffenden Todeslager vorliest? Dass es teilweise richtig fröhlich und lustig zuging? Wie tief die Anbetung ging – wie der Herr uns überführt hat, dass das ALLES auch in UNS steckt?! Und wie tief wir IHN lieben, dass Er uns von Schuld befreit hat? Das Erkennen Seiner überwältigenden Liebe durch Dinge, die Er zurzeit freisetzt? All das würde dieser intensiven, reichen, schweren, tiefen Woche nicht wirklich gerecht werden. Was ich aber sagen kann: Es war ein Vorrecht dabei zu sein – trotz allem! Oder WEGEN allem. Wegen IHM!
R.W.

Ein Teilnehmer war der Künstler Rick Wienecke aus Israel. Tief beeindruckend sein Kunstwerk „Fountain of Tears“: www.castingseeds.com

Liebe Geschwister, hier nun eine kurze inhaltliche Zusammenfassung von dem, was wir vom HERRN während der Gebetswoche in Auschwitz erkannt haben:

70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz

Auschwitz symbolisiert Tod, Ende und eine Bankrotterklärung:

– Für das jüdische Volk: gab es einen Generalangriff des Feindes im Sinne einer Endlösung (Vernichtung)

– Für den Leib Jesu aus den Nationen: war es eine Bankrotterklärung einer falschen Theologie (Ersatztheologie), die zum Tod führt.

Wir glauben, dass Gott 70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz in neuer Weise einen Exodus, einen Prozess der Wiederherstellung, der Befreiung und Freisetzung aus einer Gefangenschaft in eine neue Freiheit beginnt. Wir sehen dabei Parallelen zu den geistlichen Prozessen, die bei Esra und Nehemia nach der 70 jährigen Gefangenschaft Israels begonnen haben. Wir glauben, dass Gott diesen Prozess vor allem in drei Richtungen verstärken und beschleunigen möchte:

1) Für Israel: Es geht um einen Exodus aus der Gefangenschaft der BLINDHEIT dem Messias gegenüber in eine tiefe Offenbarung über JESUS.
Es geht um eine Freisetzung und Hineinführung Israels in seine letzte BERUFUNG, Licht und Segen zu sein für die Nationen.

2) Für den Leib Christi aus den Nationen: Es geht um einen Exodus aus Babylon. Babylon ist ein Bild für Vermischung und Verwirrung, die mit dem Aufkommen der Ersatztheologie begonnen hat und Tür und Tor für „Fremdes“ geöffnet hat, das großen Schaden angerichtet hat.
Es geht um ein Hineinfinden des Leibes Jesu in seine eigentliche Identität als aufgepfropfte Zweige auf dem edlen Ölbaum und um ein Zurückkehren zu den Wurzeln.
Die Vermischung mit dem „Fremden“ (heidnische Einflüsse) führt zu einem Mangel an geistlicher Klarheit und bereitet den Boden noch mehr für den Humanismus und eine „Einheitsreligion“. Wir glauben, dass Gott den Leib Jesu aus dieser großen Gefahr freisetzen will durch eine Wiedereingliederung in den edlen Ölbaum des messianischen Israels.

3) Für die Einheit der Braut Jesu zwischen den Gläubigen aus dem jüdischen Volk und den Nationen
Es geht um einen Exodus aus der Trennung beider Teile des Leibes Jesu hinein in eine echte Vereinigung in Jesus. Gott möchte beide Teile des Leibes Jesu in eine solche Einheit führen, wie sie bei der Vereinigung von Mann und Frau zum Ausdruck kommt. Sie werden zutiefst eins ohne ihre unterschiedliche Identität zu verlieren. Durch diese Vereinigung kommt der Ölbaum in seine Vollendung und offenbart die Herrlichkeit Gottes und das Angesicht Gottes. Die Gebetswoche in Auschwitz war gerade dafür ein modellhaftes Sichtbarwerden und Erleben dieser Wahrheit, das in den ganzen Leib Christi hinein ausstrahlt.
Das sind drei Richtungen, auf die uns Gott in diesen Tagen der Gebetswoche in Auschwitz hingewiesen hat und die Ihm besonders auf dem Herzen liegen. Wir glauben, dass wir gerufen sind, diese Prozesse im Gebet zu begleiten und dafür eine prophetische Stimme in unserem Einflussbereich zu werden. Darüber hinaus empfinden wir einen Ruf, dort in Auschwitz einen gemeinsamen jüdisch-deutsch-polnischen Gebetsaltar aufzurichten.

Wir sind wir dem HERRN sehr dankbar, was Er in diesem besonderen Moment der Geschichte genau 70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz in unserer Mitte gewirkt hat.

Im Herrn verbunden grüßen Euch gemeinsam,

Benjamin Berger, Helmut Eiwen, Andreas und Adelheid Bauer

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