Der Löwe aus Juda ist aufgestanden und unterwegs!

Oktober 2015

Gottes dringenden Ruf zum Beten und Fasten für unser Land kamen wir dieses Jahr im Camp Rock (Bischofszell) im Kanton Thurgau nach. Nach Andermatt im Uri (2012) und Aeschi im Kanton Bern (2013), war nun der Kanton Thurgau Gottes auserwählte Region. Jedes Mal hatte es einen besonderen Grund, warum wir gerade an diesen Orten zum Fasten und Beten zusammen kommen sollten. Die diesjährige „Erwählung“ Gottes hat mit dem Löwen zu tun. Der Eindruck war, dass wir nach dem Löwen Ausschau halten sollten. Und der einzige Kanton, der einen (bzw. sogar zwei) Löwen im Wappen hat, ist der Thurgau.
Eine Besonderheit war, dass drei Personen, die sich angemeldet hatten, aus verschiedenen Gründen dann doch nicht dabei sein konnten (jemand konnte nicht die ganze Zeit, deshalb Absage unsererseits. Jemand ist tödlich verunglückt. Jemand ist krank geworden). So waren wir letztendlich eine kleine Gruppe von 18 Personen aus immerhin 11 Kantonen und ganz unterschiedlichem Kirchen- bzw. Gemeindehintergrund. Und als solche fasteten, beteten, proklamierten, hörten und handelten wir stellvertretend für den Leib Jesu im Land und letztendlich auch für die Schweiz als ganze Nation.
Hier einige, unseres Erachtens wichtige Impulse. Eindrücke aus Gebeteszeiten, Erkenntnisse und Schlussfolgerungen, zu denen Gott uns führte und die für uns als Gemeinde wegweisend sein können.
– Haltet fest am Gebet und wacht darin mit Danksagung. (Ko 4,2) Wir danken Gott für jeden persönlichen Aufbruch und alle erwecklichen, segensreichen Entwicklungen in Gemeinden und Diensten im Land. Danken auch für die prophetischen Stimmen, die immer wieder zur Umkehr aufrufen. Und beten dafür, dass diese Stimmen nicht verstummen, sondern vermehrt gehört und ernst genommen werden.
– Der Löwe aus dem Stamme Juda brüllt nicht nur, sondern ER ist aufgestanden, hat sich majestätisch erhoben und ist unterwegs! Er weckt den Eifer und wird sein Brüllen, seinen Schlachtruf in und durch uns hören lassen (Jesaja 42,13). Das will Satan natürlich verhindern. Jemand, der zu Hause mitbetete, sah in einem geistigen Bild einen Löwen, dem man eine Schlinge um den Hals gelegt hatte. Dieses Bild ist sehr aussagekräftig. Man will bzw. hat den Löwen gebändigt. Man gängelt ihn, macht ihn sich gefügig. Man will ihm den Hals zuschnüren, damit er nicht brüllen kann. Der Löwe in diesem Bild ist der Löwe von Juda. Eine Bezeichnung für Jesus Christus, den König der Könige. Und wir, die Gemeinde, halten den Strick um seinen Hals. Wir haben den Löwen, den König, gefesselt, gegängelt, ihn uns gefügig gemacht – Ihn limitiert und uns allenfalls noch mit ihm „geschmückt“. Aber dieser Löwe aus Juda, der König aller Könige, möchte frei sein!! Frei, uns zu lieben. Frei, in uns als dieser Löwe und König zu wohnen, zu leben und zu handeln! Dazu braucht es eine Entscheidung unsererseits und Gehorsam aus Liebe zu unserem König. Wir haben den Löwen symbolisch-prophetisch im Garten dann von dem Strick befreit. Wir haben ihn quasi losgelassen!
– Bereits im Vorfeld dieser Fastenwoche hatten wir den starken Eindruck, dass wir für jede politische Gemeinde im Land beten sollten. So haben wir mit Hilfe eines Postleitzahlenbüchleins während der Nachtwachen wirklich für jeden Ort der Schweiz gedankt, für jeden Wiedergeborenen, jede Gemeinde und dafür gebetet, dass Gottes Name geheiligt wird. Dass sich Sein Königreich ausbreitet und Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Und dass Sein Wille geschieht. Wie im Himmel so auch in jedem Ort und jeder Gemeinde. Für eine Erweckung unter seinem Volk! Bitte um Fahnenträger (Fürbitter) für jeden Ort!
– Zurück zur ersten Liebe: Zunächst gingen wir für uns persönlich zum Kreuz. Denn dort wird uns klar, dass Gott uns zuallererst geliebt hat. Aus dem Erkennen seiner Liebe zu uns, wird die Liebe in uns zu IHM erweckt. In einem weiteren Schritt beteten wir das gleiche dann auch für die Gemeinden, aus der wir kommen. Zum Schluss stellten wir das große Kreuz auf die Karte der Schweiz und beteten für die Gemeinde im Land, dass sie zur ersten Liebe zurückkehrt.
– Wenn wir uns heute als Gemeinde ganz nüchtern betrachten und die Berichte zur Zeit der Apostelgeschichte lesen, müssen wir ebenfalls sachlich, aber doch schmerzlich feststellen, dass da eine gewaltige Kluft herrscht. Wie war und ist das möglich, dass wir so lieblos, kraftlos, angepasst und wie Salz ohne Geschmack geworden sind? Es gibt verschiedene Erklärungen und Gründe dafür – ganz klar. Aber ich denke der eigentliche, entscheidende Grund für diese Entwicklung war unsere Abspaltung von unseren jüdischen Geschwistern, unseren Wurzeln (Römer 11,17-18). Die einst rein jüdische Gemeinde, die Christus folgte, wurde mit den aufgepfropften Gläubigen aus den Nationen zuerst eine Minderheit und später dann ausgegrenzt, verfolgt und umgebracht. Wir haben den aufgepfropften Ast, der wir sind, abgesägt und glaubten ein neuer Baum zu sein. Das Resultat ist, dass wir unsere Verbindung zu unseren Wurzeln verloren haben und so gar nicht leben können. Und das ist das Bild, das sich uns bietet, wenn wir uns als Gesamtleib ansehen. Über dieser Thematik liegt auch in der Schweiz noch eine Decke des Schweigens. Das betrifft die Vergangenheit und geht bis ins Heute und wird auch das Morgen mitbestimmen, wenn diese Decke nicht beseitigt wird. Wir hatten einen Grenzschlagbaum, den jemand vom Team mitgebracht hatte. Dieser Schlagbaum diente als Grenze und wir positionierten zwei Personen als Schweizer Grenzbeamte. Der Rest der Gruppe kam nun auf diesen Grenzübergang zu. Wir spielten eine jüdische Gruppe, die vor den Nazis floh und in die sichere Schweiz wollte. Als wir zum Schlagbaum kamen und die Grenze zu gemacht wurde, fingen einige an hemmungslos zu weinen und der Heilige Geist führte uns in eine Zeit der Busse. Man kann so etwas nicht einfach produzieren, aber der Geist Gottes führte es so, dass wir uns mit dem Leid der Juden damals wie auch heute (Antisemitismus / Anti-Israelismus) identifizieren konnten. Wir blieben dabei aber nicht stehen. Nach dieser Zeit der Busse öffneten wir die Grenze und beteten dafür, dass wir als Gemeinde den Juden beistehen und helfen wollen; wenn es noch einmal zu solchen Umständen kommt (wovon ich übrigens überzeugt bin). Und wir beteten natürlich für ein Wachwerden der Gemeinde dieser wichtigen Thematik gegenüber. Ein Erkennen von Gottes Absichten mit seinem Volk und uns. Und dass seine Gemeinde als „der eine neue Mensch“, der aus Juden, die an Jesus glauben und Gläubigen aus allen anderen Nationen besteht, gebildet wird.
– Mit folgender Proklamation über unserem Land schlossen wir diese Tage ab (siehe unten).

Der Löwe des Lichts aus dem Stamme Juda ist wieder unterwegs! Deshalb Schweiz, Schweiz, Schweiz höre des Herrn Wort, das über Dir gesprochen wird!

„Mache Dich auf, werde Licht; denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über Dir! Denn siehe Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über Dir geht auf der Herr und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ Jesaja 60,1-2

W.W.

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