Der Ruf um Mitternacht!

Dezember 2015

cache_23388002 Godfried Schalcken 1643 - 1706

Als sich nun die Ankunft des Bräutigams verzögerte, nickten sie alle ein und fielen in Schlaf. Um Mitternacht aber ertönte der laute Ruf: „Jetzt kommt der Bräutigam! Geht hinaus, ihm entgegen!“

Mt 25,5-6

Wir alle kennen das Gleichnis von den zehn Jungfrauen. Da es topaktuell in unsere Zeit hineinspricht einige Gedanken dazu. Hier ist die Rede von der Hochzeit des Lammes, die der Vater datiert hat und nun alle Vorbereitungen dafür trifft. Der Bräutigam, Jesus Christus, wird mit seiner Braut-(gemeinde) zusammen geführt.

Jesus zeigt uns hier die heutige Situation der Gemeinde. Die zehn Jungfrauen repräsentieren die Gemeinde.  Die Tatsache, dass nur 50% zum Schluss bereit waren und mit dem Bräutigam die Hochzeit feierten, sollte uns im höchsten Masse erschrecken und beunruhigen! Nicht der Umstand, dass alle irgendwann einmal eingeschlafen sind, war der Grund, sondern dass sie bevor sie einschliefen, nicht vorbereitet waren für dieses „Hinausgehen, ihm entgegen gehen“. Wir leben in dieser Vor- und Zubereitungszeit, in der uns noch einmal göttliche Prioritäten vor Augen und Ohren geführt werden. Während Jahrhunderten konnte man den Tempel (die Gemeinde) als Marktplatz missbrauchen. Jetzt ist die Zeit, da Jesus ihn reinigt, um eine makellose Braut zu heiraten. Es ist die Zeit, wo das Lamm Gottes weiterhin Menschen in sein Königreich hinein rettet, aber wo ER sich den Geretteten dann auch als König und Haupt offenbaren will. Was bedeutet das?

Die törichten Jungfrauen sind diejenigen, die Jesu rettende Botschaft angenommen haben und Ihn dann irgendwie in ihr Leben integriert haben. Da wurden und werden weiterhin die Entscheidungen des Lebens wie Beruf, Heirat, Hausbau oder -kauf, Kinder etc in eigener Regie gefällt und Jesus ist halt auch ein (nicht mal unwichtiger) Teil des Lebens. Wir haben Jesus an Bord. Er sitzt mit in unserem Lebensboot. Du hast Jesus.

Die entscheidende Frage aber ist: Hat Jesus Dich? Jesus ist eben nicht nur Lamm, sondern auch Löwe – also der König. Er will Dein König sein! Er hat tatsächlich Ansprüche an Dich und will auf dem Thron Deines Lebens sitzen und regieren. Das bedeutet totale Herzensveränderung und Liebe zum König und seinen Geboten. Nur auf diese Weise werden wir in Gottes Absichten und genialen Plänen für unser Leben hineinkommen und am Ende auch zu den klugen Jungfrauen gehören. Wenn wir erkannt haben, was ER am Kreuz als das Lamm für uns getan hat, dann sind wir so überwältigt von seiner Liebe, dass in uns ebenfalls eine Liebe erweckt wird, die bereit ist, sich dankbar an den König zu verschenken und zu verschwenden.

Es muss ein Umdenken stattfinden von der hartnäckigen Überzeugung, dass ich so weiterleben kann, wie vorher ohne Jesus und dass dies keine Konsequenzen haben wird. Ein Abwenden vom: „Wie kann ich den größten Segen, Nutzen, Gewinn aus der Beziehung zu Jesus für mich gewinnen“. Hin zu: „Wie kann mein Leben zum größten Nutzen, Segen und Gewinn für Jesus, Sein Königreich und die Menschen um mich herum werden?“

Die törichten Jungfrauen haben eine sehr eingeschränkte, kurzsichtige Sichtweise, die ausschließlich im Heute und der sichtbaren Realität lebt.

Die klugen Jungfrauen leben auch im Heute, haben aber gleichzeitig eine himmlische Ewigkeitsperspektive und erkennen sich mehr und mehr als Teil der weltweiten Brautgemeinde bzw. des weltweiten Leibes, dessen Haupt und König allein Jesus Christus ist.

Die klugen Jungfrauen sind mit dem Feuer des Heiligen Geistes getauft. Sie wissen, dass sie ohne das Geschenk des Heiligen Geistes, nicht ans Ziel kommen werden. Bittet und Euch wird gegeben (Lk 11,13)

Wir erleben wie Gott sich mehr und mehr um Völkergruppen und Nationen kümmert und Versöhnung und Wiederherstellung möglich macht. Dasselbe gilt für die Generationen. Die klugen Jungfrauen sind Teil dieses Prozesses, weil Gott dazu nicht nur einzelne beruft, sondern eben Seinen ganzen Leib, bzw. Seine gereinigte und geheiligte Brautgemeinde. Gott ruft uns auch dringend dazu auf, in keinem Bereich unseres Lebens den Standard der Welt als Maßstab zu nehmen, sondern Sein Wort soll und muss unser Maßstab werden, sein und bleiben. Dazu gehört als grundsätzliches Element unsere Beziehung zu Gottes Erstgeborenem, unserem älteren Bruder, seinem auserwähltem Volk. Unser König ist zuerst der König der Juden. Der Retter der Welt war, ist und bleibt ein Jude. Und ER hat aus den zwei (Jesusgläubige Juden und Jesusgläubige aus den Nationen) den „Einen Neuen Menschen“, einen Leib, gemacht (Eph2,15). Wir tragen nicht die Wurzel, aber die Wurzel trägt uns (Rö11, 18). Die klugen Jungfrauen nehmen sich diesen göttlichen Maßstab zu Herzen, verinnerlichen ihn, freuen sich daran und handeln dementsprechend. Deshalb war der diesjährige Nationale Gebetstag für mich eine der wichtigsten und entscheidendsten Versammlungen für unser Land. Weil sich dort dieser Frage und Thematik gestellt wurde und so auch zur Umkehr gerufen wurde. Losgelöst und nicht verbunden mit unseren jüdischen Wurzeln gehören wir zu den törichten Jungfrauen, stehen am Ende vor verschlossener Türe und die Hochzeit findet ohne uns statt.

Das Gute und Tröstliche an dem Gleichnis ist, dass um Mitternacht der laute Ruf ertönte! Alle hörten diesen Ruf. Nicht nur die klugen, sondern auch die törichten. Es ist Mitternacht. Es ist dunkel. Wir werden müde und drohen einzuschlafen oder sind es schon. Gott aber sei Dank für alle Rufer, jeden Wächter, die den Alarm blasen und Gottes lauten Ruf überall hören lassen. Was für eine Ehre und welch ein Vorrecht, dass wir in den letzten Jahren für würdig erachtet wurden, Gottes Ruf in alle 50 Nationen Europas und auf jeden Kontinent der Erde, im Norden, Süden, Osten und Westen zu tragen, um Seine Gemeinde zu wecken, damit sie sich vor- und zubereiten lässt, um dem Bräutigam zu begegnen. Dieser Ruf muss dringender denn je ertönen und gehört werden!

Der Leib Jesu in der Schweiz ist u. a. berufen zum Wächterdienst. Deshalb werden wir die kleine, rote Broschüre, mit gleichnamigem Titel noch einmal aktualisieren und drucken lassen. „Wer ein Ohr hat höre, was der Geist der Gemeinde sagt!“ (Off 3,22)

W.W.

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