Gemeinsam unterwegs

Dezember 2017

Israelmarsch Negev 2013

Ein großes Thema, zu dem schon so viel gesagt und geschrieben wurde. Ein wichtiges Thema, zu dem man sich natürlich immer wieder Jesu Gebet um Einheit aus Johannes 17 bedient, um zu verdeutlichen, dass es für Jesus selber ein zentrales Anliegen und Thema war und ist. Ein heißes Eisen, bei dem man sich überhaupt nicht immer einig ist und es deshalb auch manchmal zu Trennungen führt. Es war auch Thema an der diesjährigen Bergkonferenz und ich möchte einige Gedanken, die wir dort erläuterten, hier wiedergeben, erweitern bzw. vertiefen.

Als ich die Wörter „Gemeinsam unterwegs“ im Internet eingab, kam als erstes der Hinweis auf eine Hundeschule mit diesem Namen. Das macht deutlich, dass wir auf vielerlei Art und Weise gemeinsam unterwegs sein können. Es sind eigentlich immer gemeinsame Interessen, Wünsche und Vorstellungen, die total verschiedene Menschen (zumindest für eine gewisse Zeit) immer wieder gemeinsam unterwegs sein lassen. Z.B. diese Hundeschule oder auch  eine Wandergruppe, die sich für einen Tag trifft und gemeinsam eine Wanderung unternimmt. Dabei ist es unerheblich, ob Atheisten, Buddhisten, Moslems, Christen oder andere dabei sind. Sie sind für diese Wanderung „Gemeinsam unterwegs“.

Israelmarsch Galiläa 2013

Wenn die Bibel von Einheit, gemeinsam unterwegs sein, spricht, dann bedeutet das allerdings etwas anderes. In dem Satz  „Gemeinsam unterwegs“ finden wir die Worte „Mein Weg“. Für uns als Nachfolger Jesu stellt sich zuerst die Frage, welchen Lebensweg will ich gehen? Ist es mein Weg oder SEIN Weg? Jesus sagt von sich: „Ich bin der Weg… und niemand kommt zum Vater als über und durch diesen Weg (Joh.14, 6). Unser gemeinsames Unterwegssein hat und muss hier seinen Ursprung haben. In der persönlichen Beziehung zu Jesus Christus. Wir dürfen von neuem geboren und mit dem Heiligen Geist erfüllt  werden. Dadurch werden wir bereit, auf die Einladung Jesu: „Komm und folge mir nach“ aus Liebe zu IHM in der rechten Weise zu reagieren. Aus diesem gemeinsamen Unterwegssein mit Jesus Christus werden wir auch fähig, mit anderen Menschen, mögen sie auch noch so anders sein punkto Lebensstil, Wortwahl. Kleiderstil, gemeinsam unterwegs zu sein. Weil wir wissen, dass sich alles nur um Jesus Christus dreht. Es geht um SEIN Reich, die Königsherrschaft Gottes und um die Erfüllung SEINER Pläne und Absichten. Auf dieser Grundlage hält unser gemeinsames Unterwegssein auch mal richtigen Krach und Meinungsverschiedenheiten aus. Wir lesen das in Ap 15,36-41, wo sich Paulus von Barnabas trennt, weil sie sich in Bezug auf einen Mitarbeiter nicht einigen können/wollen. Wir haben die Tendenz zu denken, das vereinbare sich doch nicht mit „lieb und nett sein miteinander“. Und im genannten Beispiel trennen sie sich sogar noch und gehen im Streit auseinander! Dies ist nicht unbedingt ein nachahmenswertes Vorbild, aber es zeigt doch, dass auf dem Fundament der persönlichen Hingabe an Jesus (gemeinsam mit ihm unterwegs sein) auch solche Streitigkeiten und vorübergehende Trennungen nicht verhindern, dass alle beteiligten Personen gemeinsam unterwegs blieben (in Christus und seinem Auftrag), selbst als sie sich voneinander trennten.

ehemaliges KZ Birkenau – Auschwitz

Der Begriff „gemeinsam“ enthält auch das Wort einsam. Wir sehnen uns zutiefst nach Gemeinschaft, genauso wie Gott selber. Es sollte dann aber auch die Art von Gemeinschaft sein, die wir uns vorstellen und wünschen und natürlich auch mit den Menschen, die wir gerne dabei hätten. Gottes Sehnsucht nach Gemeinschaft schließt niemanden aus. Er selektioniert nicht, sie gilt allen. Die gleiche Haltung erwartet Gott auch von uns. Das funktioniert jedoch nur durch Umkehr zu und ein Leben der Hingabe an Jesus Christus. Nur in seiner Nachfolge gibt es dieses gemeinsame Unterwegssein – mit Gott und mit Menschen. Doch auch hier müssen wir bei der Wahrheit bleiben! Es ist eine Illusion und Täuschung, wenn wir z. B. den Worten des Papstes glauben, dass alle Menschen Gottes Kinder seien und wir daher alle gemeinsam unterwegs sind. In seiner September-Botschaft sagte er unter anderem: „Der größte Teil der Weltbevölkerung bezeichnet sich als gläubig. Diese Tatsache sollte zu einem Dialog zwischen den Religionen ermuntern. Wir dürfen nicht aufhören, dafür zu beten und mit denen zusammenzuarbeiten, die anders denken. Viele denken anders, fühlen anders, sie finden und suchen Gott auf unterschiedliche Weise. In dieser Vielfalt, in diese Auffächerung der Religionen, gibt es eine einzige Gewissheit, an der wir für alle festhalten: Wir sind alle Kinder Gottes“ (Link: https://www.youtube.com/watch?v=EPJzcs42k_Y)

Das hört sich wunderbar, lieb und nett an, doch es ist eine Lüge. Es drückt unsere Sehnsucht nach Harmonie aus. Natürlich sind wir unterschiedlich (wie anfangs erwähnt) und wir sollen nicht aufhören, aufeinander zu zugehen, miteinander zu reden und füreinander zu beten. Aber: Wir sind alle Geschöpfe Gottes, aber nicht jeder ist automatisch ein Kind Gottes!

„Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, die an seinen Namen glauben; welche nicht von dem Geblüt noch von dem Willen des Fleisches noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.“ (Joh1,11-13)

Da geht es um die Aufnahme Jesu Christi in unser Leben. Um den einen Glauben an die Erlösungstat unseres Herrn. Alles dreht und entscheidet sich an Jesus Christus! Durch IHN werden wir zu Kindern Gottes und somit sind wir mit und durch IHN auch gemeinsam unterwegs. In Deiner Ehe, Familie, Gemeinde, Stadt, in der Schweiz, Europa und weltweit. Und da, wo Jesus Christus nicht der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, da sind wir nicht gemeinsam unterwegs (oder noch nicht). Da kommt es zu Trennung, Scheidung und Spaltung, so wie Jesus das angekündigt hat (Matt 10,34-35). Wir fühlen uns deshalb manchmal einsam, obwohl wir ja niemals wirklich alleine unterwegs sind. Es fühlt sich halt einfach besser an, wenn wir mit vielen unterwegs sind, anstatt nur mit einer kleinen Schar. Aber auch dazu hat Jesus etwas zu sagen gehabt:

„Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführt; und ihrer sind viele, die darauf wandeln. Und die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und wenige sind ihrer, die ihn finden.“ (Matt 7,13-14)

Freuen wir uns von Herzen über das Vorrecht, mit Jesus Christus und Geschwistern, von denen es immer mehr geben wird, gemeinsam unterwegs sein zu dürfen. Wir laden Euch herzlich ein, mit uns gemeinsam unterwegs zu sein, wenn wir uns im nächsten Jahr aufmachen und vom Bodensee bis nach Genf laufen, beim“ Marsch des Lebens für Israel“. Wenn es eine Reihenfolge gibt bei unserem gemeinsamen Unterwegssein, so haben wir ja gelesen, dass zuerst die Gemeinschaft mit Jesus Christus zustande kommen muss. Als ein nächster  Schritt muss auch die Gemeinschaft mit den Juden gesucht und gelebt werden. Schliesslich ist Jesus der König der Juden – und auch unser König. In Eph 2,15-16 wird uns gesagt, dass wir beide zu dem einen neuen Menschen geworden sind. Wie sollten wir da nicht gemeinsam unterwegs sein? Wenn wir diese Beziehung zu Gottes auserwähltem Volk ausser Acht lassen, dann wird es niemals zu einem „Gemeinsam unterwegs sein“ kommen können; da fehlt ein wichtiger Teil. Aber gemeinsam gilt uns Gottes Verheissung:

„In ihm zusammengefügt, wächst der ganze Bau zu einem heiligen Tempel im Herrn, und in ihm werdet auch ihr mit aufgebaut zu einer Behausung Gottes im Geist.“

(Eph 2,21-22)

 

W.W.

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