„Hier bin ich!“

Während unseres letzten Aufenthaltes in Jerusalem besuchten wir u. a. das neue „Friends of Zion“ Museum. Es erzählt auf kreative, multimediale  Art die Lebensgeschichten von Menschen (viele davon Christen), die ihr Leben in den Dienst an den Juden und Israel gestellt haben, z. B. Henry Dunant, die ten Boom Familie, Irene Sandler, Oskar Schindler u.a.. Einleitend beginnt die Ausstellung mit dem hebräischen Wort „Hineni“. Es bedeutet „Hier bin ich.“ Es wird erklärt, dass jeder dieser Menschen, die im Museum erwähnt werden, auf den Ruf Gottes mit diesem „Hier bin ich“ antwortete. Anfangs der Ausstellung kann man sich fotografieren lassen.“ Ein Gag“, denkt man und „ja, warum nicht?“ Beim letzten gezeigten Film sieht man noch einmal alle die Köpfe der Freunde Zions und plötzlich auch sein eigenes Gesicht von dem Foto am Anfang. Genial gemacht. Technisch brillant. Einfach fantastisch. Aber die Worte, die zurückbleiben, die sich in meinen Geist, mein Herz und meine Seele senkten, sind diese drei „Hier bin ich.“ Kann und will ich das auch sagen? Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass dies einer Verpflichtungserklärung gleich kommt.

In der Bibel werden einige Menschen gezeigt, die zu Gott „Hier bin ich!“ sagten, als Er sie rief. Sie stellten sich damit Gott völlig zur Verfügung:

  • Abraham sollte seinen Sohn opfern (1. Mo 22,1ff).
  • Jakob musste in sein Geburtsland zurückkehren (1. Mo 31,11–13) oder später nach Ägypten hinabziehen (1. Mo 46,2–4).
  • Mose bekam den großen und schweren Auftrag, das Volk Israel zu führen (2. Mo 3,4).
  • Samuel musste Eli das Gericht ankündigen (1. Sam 3,4ff).
  • Jesaja wurde mit einer Botschaft zu einem ablehnenden, halsstarrigen Volk gesandt (Jes 6,8ff).
  • Ananias schließlich sollte zu dem Christenverfolger Saulus von Tarsus gehen (Apg 9,10ff).

Alle Männer, die mit  „Hier bin ich!“ antworteten, haben dann auch getan, was Gott von ihnen wollte. Ihr „Hier bin ich!“ war kein leeres Gerede, sondern Ausdruck ihrer Liebe, Gottesfurcht und Bereitschaft zur Hingabe. Ich bin davon überzeugt, dass Gott heute in und durch Christus zuerst einmal jeden Menschen ruft: „Wo bist Du?“ Viele reagieren wie Adam, der sich versteckte. Gott sucht seinen Menschen, weil Er Sehnsucht nach Gemeinschaft und Beziehung mit ihm hat. Aber selbst von denjenigen, die sich finden liessen, haben nur wenige auf Gottes Ruf mit einem „Hineni “ geantwortet. Es ist noch nicht zu spät! Unser Vater ruft weiterhin: „Wo bist Du?“ Jesus wusste bereits als Zwölfjähriger „…..dass er sein musste in dem, was seines Vaters ist.“ (Lk 2,49) Wenn wir das Gleiche sagen können wie Jesus, dann wird Gott uns nicht mehr suchen müssen. Aus seinem Sein im Vater wusste Jesus, was Ihm wichtig war und tat deshalb nur das, was er den Vater tun sah. Das bringt und ist tiefste Übereinstimmung mit seinen Absichten, seinem Willen; Erfüllung, wahres Leben, Freude und Hoffnung. Aus diesem „Hier bin ich“ sind wir seit mehr als 20 Jahren „in dem, was unseres Vaters ist“ unterwegs. Wie und mit Petrus, inspiriert vom Heiligen Geist, wollen auch wir sagen: „Wir halten es aber für recht, euch durch Erinnerung aufzuwecken.“ (2.Pt 1,13) Dieses Erinnertwerden ist überlebensnotwendig! Gott will, dass wir uns an IHN erinnern und was Er uns Gutes getan und verheissen hat.

Deshalb in dieser News Ausgabe noch einmal eine Erinnerung – um aufzuwecken. Sonst verlieren wir den roten Faden bzw. sehen keine Zusammenhänge in Gottes Absichten und seinem Handeln. Ihr erinnert Euch an den weltweiten Weckruf durch das Trompeten blasen?! Gott will seinen Leib erwecken. Dabei geht es Ihm um die drei Kernelemente, ohne die weder wir persönlich, noch die Gemeinde als Ganzes erweckt und in der Fülle leben wird. Es sind Dauerbrenner aus dem Herzen Gottes!

  • Zurück zur ersten Liebe! Zu lernen, zu den Füssen Jesu zu sitzen und seine Worte zu vernehmen, ist ausschlaggebend dafür den beständigen Strom des Lebens zu empfangen. „Eines aber ist nötig …wirklich nur eines!“ (Lk 10,42) (Deshalb bieten wir seit über 15 Jahren das Seminar Sitzen zu Jesu Füssen)
  • Zurück zu meinem Wort! Es gab nie zuvor so viele Bibeln in allen Varianten wie heute. Dem gegenüber gibt es im Westen ein „christliches Analphabetentum“ wie niemals zuvor: Wir lesen die Bibel nicht mehr. Forschen nicht mehr im Wort. Betrachten es nicht mehr. Kein Interesse. Kein Hunger. Das bedeutet auch: kein Interesse an Jesus, am Vater, am Heiligen Geist. Kein Hunger = keine Sehnsucht. Wir werden und sind vollgestopft mit anderem. (Seit über 15 Jahren führen wir deshalb die Tage der Begegnung in Aeschi/Spiez durch. Dort begegnen wir Gott, indem wir sein Wort aufmerksam und freudig betrachten.)
  • Zurück zu einem Verständnis unserer Wurzeln! In unserer heutigen Zeit erweckt Gott weltweit immer mehr Christen zu ihren hebräisch-jüdischen Glaubenswurzeln und zeigt auf, was in der christlichen Lehre über die Jahrhunderte falsch gelaufen ist. „Nicht wir tragen die Wurzel, sondern die Wurzel trägt uns!“ (Rö 11,18). (Darum seit 1998 das 24h Gebet für Israel.) Deshalb Israel- Gebetstage, Israelreisen, -seminare, -konferenzen und Märsche des Lebens für Israel. Diese Märsche sind keine neue „Masche“ einiger Israel – Freunde, sondern Gottes Ruf zum Aufbruch, zur Umkehr. Hier ist wohl der Punkt, an dem sich die Kirche, also wir, am weitesten von Gottes Willen und Absichten entfernt hat. Es ist der Bereich, wo es Satan gelungen ist, uns von unseren Wurzeln zu trennen und einen eigenen Weg einzuschlagen. Das ist so etwas von krass! Seit fast 1900 Jahren irren wir identitäts- und orientierungslos umher, wie der verlorene Sohn – und merken es nicht einmal. Der Vater wartet mit offenen Armen auf unsere Rückkehr! Deshalb die Märsche. Auch unser älterer Bruder, Gottes „Erstgeborener“, die Juden, brauchen das Erbarmen des Vaters und müssen umkehren. Deshalb die Märsche. Wir sind Brüder. Wir sind Familie. Wir sind versöhnt durch das Opfer Jesu am Kreuz (Ep 2,15). Es ist doch vollbracht! Deshalb der nationale Marsch durch die Schweiz. Deshalb der internationale Marsch in Jerusalem. Deshalb weitere Ausbreitung der Märsche weltweit. Gottes Augenmerk liegt auf diesen drei Bereichen (zuzüglich Erinnern-versöhnen-Zeichen setzen), in denen Er seine Braut erwecken, heiligen und für die Hochzeit zubereiten möchte.

Diese drei erweckungsbedürftigen Bereiche unseres persönlichen Lebens, wie auch als Leib Christi, sind grundlegend und fundamental. Alle drei wirken ineinander und bedingen einander. Nur von hier aus sind wir dauerhaft fruchtbringend „in dem, was unseres Vater ist!“ Deshalb war der nationale Marsch des Lebens für Israel durch die Schweiz ein Ereignis, das einer geistlichen Weichenstellung gleichkam. Der internationale Marsch in Jerusalem war eingebettet in ein historisches Momentum: 70 Jahre Israel und Jerusalem endlich von den USA, als erster Nation, als Hauptstadt anerkannt! Wir leben wirklich in atemberaubend dramatischen Zeiten. Und so sollte es unserer höchster Wunsch, unsere Priorität, Sehnsucht, und Freude sein zu Gott „Hier bin ich“ zu  sagen.

W.W.

   foz-Museum

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