„Sollte Gott wirklich gesagt haben?“

1.Mo 3,1

Mit dieser listigen und perfiden Frage Satans begann der Fall des Menschen. Misstrauen wurde gesät und eine verlockende Belohnung versprochen. Die Saat ging auf und die Früchte davon wirken bis heute: Der Bruch einer einzigartigen und wunderbaren Liebesbeziehung zwischen Gott und Mensch.

Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass diese Frage auch heute noch Satans wichtigste Waffe und Strategie ist, um unsere Beziehung mit Jesus und dem Vater zu trüben bzw. zu zerstören. Und dass diese Frage nicht an Ungläubige gestellt ist, die gar nicht an die Existenz Gottes glauben. Mit denen hat Satan kein Problem. Diese Frage stellt er uns – den gläubigen Christen und Nachfolgern Jesu.

Ich möchte kurz aufzeigen, wie wir damals und heute durch diese Frage in Versuchung und in die Irre geführt werden sollen.

Das Leben von Abraham und Sara ist ein Paradebeispiel. Ihnen wurde mehrmals verheißen, dass Sie einen Sohn bekommen werden, geboren durch Sara, die 90 Jahre alt und unfruchtbar war. Ihr Ehemann Abraham war 100 Jahre alt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie sie sich wohl mehr als einmal die Frage stellten: „Sollte Gott das wirklich gesagt und dann auch noch so gemeint haben?“ Alle, aber auch wirklich alle menschlich denkbare Umstände sprachen absolut dagegen! Ohne Gott eine völlig ausweglose Situation. Mit Ihm aber nie: „Siehe, ich bin der Herr; sollte mir etwas unmöglich sein?“ Jer 32,27. Dass die beiden diese scheinbar unmögliche Situation selber in die Hand nahmen, weil sie weder genug Vertrauen noch Ausdauer hatten, hat bis heute unübersehbare, problematische Konsequenzen. Die Folgen ihrer Entscheidung „aus dem Fleisch“ heraus einen Ismael zu zeugen, betraf also nicht nur ihr eigenes Leben, sondern unsere Entscheidungen haben auch immer Einfluss und Auswirkungen auf das Leben vieler anderer.

Wir bleiben bei Abraham, gehen aber in das Jahr 1996. Damals las ich die Stelle aus 1.Mo 13,17 Mache dich auf und durchwandere das Land seiner Länge nach und seiner Breite nach! Denn dir will ich es geben.“ Während ich las, hatte ich den sicheren Eindruck, dass Gott diese Worte jetzt in diesem Augenblick zu mir persönlich sagte und zwar im Hinblick auf die Schweiz. Ich sollte also die Schweiz durchwandern, der Länge und Breite nach und andere Geschwister dazu einladen. Damit nicht genug: Sofort  und ohne mein Fragen gab der Herr mir die Daten für Start und Abschluss des Marsches. Wir sollten am 1.August starten (Nationalfeiertag) und der Abschluss sollte am 21.September 1997 (Nationaler Dank,- Buss- und Bettag) auf dem Bundesplatz in Bern sein. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt nicht die Spur einer Ahnung, ob das praktisch überhaupt möglich war. Keinerlei Kenntnis, wie viele km zu laufen sind, ob es über Berge und Pässe geht, geschweige denn, ob das in dem vorgegebenen Zeitrahmen passte. Ganz abgesehen davon hatten wir nichts, auf das wir uns stützen konnten. Keine Organisation, kein Werk oder Dienst, keine Gemeinde, niemand kannte uns, kein Team, keine Finanzen, kein Know-how und wir fühlten uns nicht befähigt, so etwas zu tun. Also im Grunde eine prädestinierte Situation für Satan, genau mit dieser Frage zu kommen: „Sollte Gott wirklich gesagt haben?“  Schwierigkeiten, Zweifel und Kleinglaube können Dich durch diese Frage Satans davon abhalten, Gottes verheissungsvolles Reden anzunehmen, auf den rechten Zeitpunkt zu warten und das Deine dazu zu tun. Wir liessen uns nicht beirren, glaubten und vertrauten dem Reden Gottes und stellten uns Ihm vollkommen zur Verfügung. Wie oft hat Dein himmlischer Vater schon zu Dir geredet, durch die Bibel, unmittelbar durch den Heiligen Geist, durch Worte oder prophetische Eindrücke von Geschwistern, durch Nachrichten, Zeitungen, Situationen usw.? Und wie oft ist dann die Frage in Dir aufgetaucht: „Sollte Gott das wirklich gesagt haben?“ Sie braucht nicht einmal so klar zu hören sein, doch  Dein Leben  gibt die Antwort von selber. Du glaubst es nicht. Du vertraust Ihm nicht. Du versuchst es lieber selber. Tu Busse! Kehr um! Jetzt kannst Du es noch.

Es gibt noch eine andere Art, mit dieser Frage in die Irre zu leiten. Satan kennt das Wort sehr genau. Das beweist uns die Versuchung Jesu in der Wüste (Mt 4,1-11). Das Wort Gottes wird also verdreht und missbraucht, um gottloses Handeln und Leben zu rechtfertigen.

Aktuell erleben wir, dass die Gemeinde z. B. in der Frage der Homosexualität immer gespaltener wird. Die Befürworter von gleichgeschlechtlichen Ehen, Segnung von solchen, homosexuellen Pfarrern usw. schreiben sich Gottes Wort auf die Fahne. Ganz platt ausgedrückt: Gott ist Liebe, wir sollen unseren Nächsten lieben und wenn man sich liebt, ist es doch egal, ob es nun zwei Männer, Frauen oder Mann und Frau sind. Über allem die Liebe! Die Liebe, die Gott zu jedem Menschen hat, ja, die ist über allem. Damit billigt er aber nicht all das, was wir tun. Er hat uns klar gesagt, was aus Seiner Sicht gut/richtig oder schlecht/falsch ist. Homosexualität ist schlecht, falsch in Gottes Augen, und das sollte es auch in unseren sein. Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse, die Finsternis zu Licht machen und Licht zu Finsternis, die Bitteres zu Süssem machen und Süsses zu Bitterem! (Jes 5,20). Als Gottes Volk in das verheissene Land einzog, hat Gott ihnen absolut verboten, die gottlosen Praktiken der Heiden zu übernehmen, wie z. B. Homosexualität, die in vielen Kulturen (auch bei Römern und Griechen) als normal ausgelebt wurden. In und durch Gottes auserwähltes Volk wurde das dann anders. Auch später, wenn Paulus predigte, Menschen zum Glauben an den lebendigen Gott kamen, aus Gott geboren und mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden, änderten sie ihr Leben und liessen von solchen Praktiken ab. Überall, wo das Evangelium seinen Siegeszug hielt, da änderten sich Menschen, ganze Gesellschaften und Länder. Gesetze wurden verabschiedet, die auf der Grundlage des Evangeliums und der Gebote Gottes gefasst wurden. Deshalb war Homosexualität auch in unseren Ländern weder toleriert noch erlaubt und wurde strafrechtlich verfolgt und geahndet. Es hat sich ein atemberaubender Sinneswandel vollzogen und nur wenige (von uns Nachfolgern Jesu) scheint das gross zu interessieren. „Sollte Gott wirklich gesagt haben: „Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen.“ (Rö 1,26-27). Ja, das hat er tatsächlich gesagt und auch so gemeint! Wir sollen diese Menschen lieben, aber nicht ihre Lebensführung!

Ein anderes Beispiel, auf das ich kurz eingehen möchte, ist das Gebet Jesu um Einheit aus Joh 17,21. Sollte Gott wirklich gesagt haben:“ auf daß sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; daß auch sie in uns eins seien, auf daß die Welt glaube, du habest mich gesandt?“ Dieser Vers wird oft pauschal dazu missbraucht, um für die Einheit verschiedener Religionen, christlicher Glaubensausrichtungen und für die Ökumene (Gesamtheit der Christen und Kirchen) zu beten. Einheit, wie Jesus sie hier betet, basiert auf der Beziehung zwischen Ihm und Seinem Vater. Menschen, die auf einer persönlichen Ebene in diese Art von Beziehung mit Jesus und dem Vater kommen, (ist nur durch Busse, Umkehr, Annahme von Jesu Opfertod, Wiedergeburt, Erfüllung mit Heiligen Geist, Lebenshingabe und Nachfolge aus Liebe möglich), sind zu dieser Einheit berufen. Ohne dieses persönliche Einswerden mit Jesus Christus und dem Vater kann es auch kein kollektives Einswerden geben. Aber diejenigen, die in diesem Sinne mit Ihm verbunden sind, werden auch eins werden, weil Jesus den Vater darum bittet. Es gibt also nicht einfach eine Einheit „aus dem Fleisch“ („Wir sind ja alle Gottes Kinder!“), wie wir uns das oftmals wünschen und auch beten, sondern eine aus und in dem Geist. „Sollte Gott wirklich gesagt haben und es so „eng“ sehen?“ Ja, ich denke schon.

Mehr zum Thema dieses Artikels werden wir an den Tagen der Begegnung in Äeschi 2020  behandeln. Herzlich Willkommen!

W.W.

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