„Blast die Trompeten vom Norden über Afrika“

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Marokko

22. – 28. April 14

Zu viert flogen wir vom 22. – 28. April nach Marokko, um dort vom Norden her über dem afrikanischen Kontinent die Trompeten zu blasen. Der Aufenthalt in diesem „Islamischem Königreich“ war von diversen Schwierigkeiten und Besonderheiten geprägt. Eine davon war sicher die Tatsache, dass wir mit keinem einzigen marokkanischen Gläubigen zusammen trafen. Bei unseren Brüdern und Schwestern, sowohl in Casablanca als auch in Fes, handelte es sich jeweils um Ausländer, die zum Teil schon zehn Jahre und länger dort leben und arbeiten. Wunderbare, hingegebene Geschwister, über die wir nur staunen und danken können. Mit einer solchen Familie waren wir in Casablanca zusammen. Bei einem Ausflug sahen wir direkt am (ins) Meer gebaut, die zweitgrößte Moschee der Welt. “Im“ Wasser, weil im Koran steht, dass Allah seinen Thron über dem Wasser aufrichtet. Faszinierend, gigantisch und ein wunderbares Bauwerk. Einfach schön für das Auge. Wir beteten dort natürlich auch. Und als wir unsere Hände an eine der großen geschlossenen Türen legten und Psalm 24 beteten (Erhebt Euch ihr ewigen Pforten….), kam jemand und wollte die Türe von außen öffnen. Es war nicht möglich. Einen Augenblick später öffnete jemand von innen. Für mich ein „verheißungsvoller“ Moment: Durch die Gebete wird der Geist Gottes von innen (in den Herzen der Moslems) selber eine Türe öffnen.

Unsere Gastgeber hatten auch für einen Nachmittag zum Gebet eingeladen. Es kam niemand. Sie hatten uns schon „vorgewarnt“, dass etliche Gläubige in den Ferien seien. Aber es herrscht auch Angst und Misstrauen untereinander, so dass es sehr schwierig ist, die Gläubigen einer Stadt oder Region zusammen zu bringen.
Im Grunde kamen wir zu „blauäugig“ oder zu wenig gewappnet in dieses Land. Es ist grundsätzlich eine andere geistige Atmosphäre (ist ja logisch) in einem islamischen Land, in dem fünf Mal täglich die Gebete aus Tausenden von Moscheen das Land und die Menschen „bedecken“ und bedrücken. Wir hatten schon bei der Ankunft Ärger untereinander, weil wir die falsche Reihe bei der Passkontrolle wählten und wirklich die allerletzten waren. Kleine Reibereien und Meinungsverschiedenheiten sorgten weiter dafür, dass wir nicht in allertiefster Liebe und Einheit waren. Ein weiterer Punkt war, dass wir zum Teil nicht wirklich fokussiert waren auf diesen „Fronteinsatz“. Wenn man mit Gedanken und Herz irgendwo ist anstatt „bei der Sache zu sein“, kann sich das nur negativ auswirken.

Unsere zweite Station war die spanische Enklave Ceuta, die als kleine Landzunge ganz im Norden, gegenüber von Gibraltar liegt. Wir mussten aus Marokko ausreisen, mit Stempel im Pass und in Spanien einreisen. Deshalb konnten wir auch kein Auto mieten, weil wir quasi das Land verlassen mussten. Unsere Gastgeber in Casablanca liehen uns ihr Auto für diese Reise. Wir vier hatten dann am nächsten Morgen eine Gebetszeit direkt am Meer, mit Sicht auf den Felsen von Gibraltar. Wir beteten, dass Gott sein Volk (die Juden) wieder nach Hause ruft. Und wenn sie mit dem Schiff kommen sollten, dann ist dies hier die einzige Möglichkeit zur Durchfahrt. Deshalb beteten wir hier Gottes Verheißungen und das alle Steine aus dem Weg geräumt werden, die als Hindernisse im Weg sein könnten. Das gleiche ist übrigens auch schon auf der Gibraltar-Seite gebetet worden. Es war eine vom Geist geleitete, starke Gebetszeit. Der Grund für diese Gebetszeit in Ceuta war ein prophetisches Bild, das eine Freundin vor Jahren bekam. Sie sah Jesus stehen. Er stand mit einem Fuß auf Gibraltar und mit dem anderen auf Ceuta. Und durch seine gespreizten Beine gingen seine Schafe (Juden), die er zählte. Nachdem wir fertig waren, fuhren wir mit dem Auto unserer Freunde wieder raus aus Spanien und rein nach Marokko. Wieder mit Ausreisepapier und Stempel. Unser Ziel war Fes, wo wir mit anderen Gläubigen die Trompeten blasen wollten. Die Fahrt war einfach traumhaft. Eine wunderbare, hügelige, sehr grüne Landschaft mit Bäumen, Büschen, Flüssen, Seen, Wiesen mit großen Mohnblumenfeldern – traumhaft schön!

Auch die Altstadt von Fes, mit den vielen Toren, engen Gassen, Hotels und Restaurants waren eine Augenweide. Orient halt….Und immer wieder konnten wir im „Obergemach“ bzw. auf der Dach-Terrasse essen (im Restaurant, bei den Freunden, im Hotel), mit super Ausblick. Auch hier trafen wir wieder keinen einheimischen Gläubigen. Zusammen mit zehn Frauen saß ich im Versammlungsraum ihres Hauses. Sie haben einen Gebetsraum, der wirklich das Obergemach ist. Es ist der höchste, oberste Raum der Wohnung, aber zu klein für uns alle. Wir hatten eine starke Anbetungszeit, gefolgt von einer Zeit in der ich erklärte was und warum wir das tun und endeten mit einer Gebetszeit. Auch hier merkten wir einen deutlichen Unterschied zu anderen Treffen in anderen Ländern. Die Frauen wirkten müde und ein Stück entmutigt. Meine Ausführungen waren leider auch ungewohnt ruhig (lahm) anstatt aufrüttelnd und erwecklich. Danach gingen wir hinaus, auf einen Hügel, von wo wir einen super Ausblick über Fes hatten. Dort bliesen wir die Trompeten. Ich merkte erst dort beim Auspacken, dass ich ein Mundstück nicht dabei hatte. Bis jetzt hatte ich bei jedem Einsatz noch einmal kontrolliert, ob beide Mundstücke in der Tasche sind, bevor wir zum Blasen losgingen. Hier hatte ich es das allererste Mal nicht gemacht und prompt fehlte ein Mundstück. Es war herausgefallen und ich fand es später im Koffer wieder. Es ging auch ohne Mundstück. Meine Partnerin war zwar keine Marokkanerin, aber immerhin ist sie im Land geboren. Sie wurde ganz kurzfristig gefragt, ob sie das machen würde. Sie war zwar bereit, hatte aber noch nie eine Trompete geblasen. Dementsprechend zaghaft oder unhörbar war dann auch der Ton. Aber das ist nicht entscheidend. Was mich erstaunte, war die Bereitschaft dieser Frauen nach dem Blasen, in einen Kriegsruf auszubrechen, der mit aller Kraft und Lautstärke weithin zu hören war – obwohl in direkter Nachbarschaft eine Gruppe junger Männer saß!

Während dieser Tage in Fes hatte ich zwei „Fast-Unfälle“, die ganz böse ausgehen hätten können. So kam es nur zu Kratzern und Hautabschürfungen. Regula hatte am letzten Morgen ein tränendes, rot-entzündetes Auge und stechenden Schmerz bei Helligkeit. Hannas Magen rebellierte, Regula stürzte….

Am Sonntagmorgen waren wir bei einem internationalen Gottesdienst dabei. Wunderbar, diese Geschwister aus ganz verschiedenen Ländern zu sehen. Alte, Junge, Single, Familien mit vielen Kindern. Bevor wir uns auf den Rückweg nach Casablanca machten, konnten wir noch die Synagoge im jüdischen Viertel von Fes besuchen. Vom Dach konnte man den jüdischen Friedhof sehen. Alles sehr eindrücklich und wir beteten noch für die kleine jüdische Gemeinde hier. Die Rückfahrt nach Casablanca war kein Problem. Wir fanden unser Hotel auf direktem Weg. Super. Nach Koffer ausladen fuhren wir mit dem Auto noch mal ans Meer. Schöner Spaziergang und typisch marokkanische Süßigkeit zum schlecken. Der Rückweg wurde zur Herausforderung. Wir fanden den Weg nicht. Fragten bestimmt zehn Personen. Ich wurde langsam aber sicher sauer und mochte nicht mehr. Dann fragten wir noch ein letztes Mal ein Pärchen auf einem Motorrad, an einer Tankstelle. Diese „Engel“ lotsten uns bis zu unserem Hotel. Halleluja. Danke Herr und Euch zwei.

Am Tag des Rückfluges war in den Losungen die erste Lesung der Text von Jesaja 42,10-16!!
Das war wie ein Händedruck von meinem himmlischen Vater. Das ist exakt der Text, den ich seit Jahren immer und überall auf der Welt zitiere, um zu zeigen, in welcher Zeit wir uns befinden. Die ganze Trompeten-Botschaft und Initiative gehört in diesen Kontext. Ich las diese Verse auch im Versammlungsraum in Fes vor und sprach darüber. Deshalb war ich sehr getröstet und ermutigt, diese Verse noch einmal, quasi vorgesetzt zu bekommen, als Abschlusswort und Verheißung unseres Gottes. Danke Vater!

W.W.

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