„Blast die Trompeten vom Osten über Asien“

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Japan

29. Juli – 5. August 2015

Immer noch erfüllt und überwältigt von den vielen Erlebnissen in Chile, stürzten wir uns ins nächste Abenteuer: Japan! Nach einer fast 2-tägigen Reise von Südamerika über Australien, landeten wir morgens um 6 Uhr in der Metropole Tokio.
Die ersten zwei Tage waren reserviert für Sightseeing und so machten wir erste Bekanntschaft mit Grüntee, süssem Bohnenmuss, Seetang und einigen sehenswerten Plätzen in dieser gigantischen Stadt. Zur grossen Begeisterung meiner Eltern fuhren wir sogar stundenlang, nur um einen Blick auf den Mount Fuji zu werfen, welcher sich aber stur in Wolken hüllte. So begnügten wir uns damit eine Postkarte zu fotografieren, bevor wir uns auf den langen Heimweg machten.
Die ersten Treffen in der Gemeinde standen vor der Tür. Auch hier galt es, sich schnell an die neue Kultur anzupassen. Nachdem sich die Verabschiedungen in Südamerika vor lauter Umarmungen und Küssen in die Länge zogen, galt es hier sich elegant zu verneigen. Unsere Kontaktperson Pastorin Kakuko leitet ein prophetisches Kaffee, welches am Sonntag jeweils zur Gemeinde „umfunktioniert“ wird. Wir waren begeistert von der Idee, die Kirche nicht 6 Tage die Woche leer zu lassen, sondern zu nutzen, um die „Welt“ zu erreichen. So besteht 95% ihrer Gemeinde aus ehemaligen Kunden des Kaffees.
Das Trompetenblasen fand am 1. August im Kaffee statt – und dank der Zeitverschiebung genau in den gleichen Stunden wie der Nationale Gebetstag in der Schweiz! Leute aus verschiedensten Gemeinden und Orten kamen. Es wurden Berge von Essen aufgetischt. Ich wurde in einen traditionellen Kimono gesteckt, zugeschnürt und nachdem ich der Ohnmacht nahe war, wieder einer Schicht entledigt. Nach dem die Botschaft von Dad weitergegeben worden war, und der Alarm ertönte, waren wir überwältigt von dem lauten und fast nicht mehr enden wollenden Siegesgeschrei, welches die sonst eher reservierten Japaner von sich gaben. Nachdem wir am Sonntagmorgen noch für alle einzeln gebetet hatten, waren sie restlos aufgetaut. Sie drängten sich von allen Seiten um uns, legten uns die Hände auf, beteten, weinten, lachten und umarmten uns. Welch eine Freude!
Unsere Tage in Tokio waren bereits vorbei und so machten wir uns auf den Weg nach Fukushima. Dort hatten wir Gottesdienste in zwei verschiedenen Gemeinden und waren einmal mehr positiv überrascht, mit welcher Offenheit und welchem Hunger die Botschaft aufgenommen wurde. Wir fuhren zu den Orten, die den grössten Schaden erlitten hatten durch das Erdbeben und den folgenden Tsunami (2004). Vieles ist zurzeit immer noch im Wiederaufbau. Eine sehr inspirierende Begegnung hatten wir mit einem Christen, der das grösste Freiwilligenprojekt in ganz Japan gründete und leitet. Sie verteilen „sauberes“ Wasser und Essen an Familien mit Kindern im radioaktiv-verseuchten Fukushima. Es werde 30 Jahre dauern bis die Luft gesäubert ist, erklärte er uns. Die Familien bräuchten gesundes Essen aus einem anderen Distrikt, was sie sich aber nicht leisten können. So bezieht dieses Projekt „Überschusswaren“ von Firmen, welche sonst entsorgt werden müssten und verteilen sie an Familien, die einen Mitgliederbeitrag von 80 Rp pro Monat bezahlen. Was er uns als nächstes erzählte, begeisterte uns: „Es gibt einen Ort in der Nähe, er heisst Kanaan, welcher völlig von Radioaktivität verschont geblieben ist. Als habe Gott genau dort seine Hand darüber gehalten.“ Sie konnten dieses Land erwerben und starten nun mit einem christlichen Camp. Wenn ein Kind drei Wochen in dieser radioaktivfreien Zone verbringt, reinigt sich sein Körper von selbst. Etwas, das keine Medizin fertig bringt. So können die Kinder der Region Fukushima jedes Jahr drei Wochen dort in die Ferien. Die Ideen sprudelten förmlich aus dem Mann heraus, als er uns seine Pläne und Visionen für die Zukunft unterbreitete. Ein echter Visionär!
Gefüllt mit vielen besonderen Begegnungen und Geschehnissen, gingen die Tage sehr schnell vorbei und es hiess einmal mehr Abschied zu nehmen. Wir nähern uns mit grossen Schritten der Erfüllung unseres Auftrages; die Trompeten im Norden, Süden, Osten und Westen jedes Kontinentes zu blasen. Auf dass die Welt den Schrei aus dem Vaterherzen Gottes höre! Der Alarm wird in der geistlichen Welt jedenfalls weiter erklingen und aufwecken- vom Osten her über Asien! Da waren es nur noch zwei…
H.W.

 

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