Überwinder sein

Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. (1.Joh 5,4)

Es scheint, zumindest gefühlt, so zu sein, dass wir so dringend wie nie zuvor uns dieser Überwinder- Mentalität wieder bewusst werden müssen. Jede Generation hat das sicherlich auch gedacht. Wenn wir uns unsere Kirchengeschichte ansehen, so erkennen wir, dass die wahren, aus Gott geborenen Nachfolger Jesu immer schon unverstanden, verfolgt, ausgestossen und ermordet wurden. Und das nicht in erster Linie von der Welt, sondern von den Frommen und Gläubigen – den Scheinheiligen. Deshalb hatten und haben sie bis heute gar keine andere Wahl, als Überwinder zu werden. 

Durch das, was wir seit über einem Jahr erleben, hat sich eine Decke der Angst und Lethargie auf viele Menschen gelegt. Und die Kirche/Gemeinde schlummert oft genauso unter dieser Decke wie die Welt. Wen wundert`s? Sie hat ja diese Überwinder-Mentalität verloren, preisgegeben oder noch niemals besessen. Aber auch die, die aus Gott geboren sind und deshalb dieses Überwinder-Gen in sich tragen, drohen mit in dieser Lethargie zu versinken. Ich spreche hier jetzt explizit die Gesetze, Regeln und Massnahmen unserer Obrigkeit an. Es ist allerhöchste Zeit zu erwachen, aufzustehen und unseren Stand in Christus einzunehmen. Nicht einfach alles laufen zu lassen, alles über sich ergehen zu lassen und in einer Art «Kadavergehorsam» nur noch abzunicken und nichts mehr anhand von Gottes Wort zu prüfen und gegebenenfalls eine andere Sicht der Lage zu bekommen. Wir haben eine absolut andere Sicht der Dinge und sollten deshalb nicht mit der Welt heulen bzw. jammern. Ich sage dies, obwohl mir bewusst ist, dass es um Existenzen, Gesundheit und letztendlich auch ums Sterben geht. Nehme ich das alles nicht ernst genug? Bin ich zu oberflächlich? „Wenn ein Glied leidet, dann leidet der ganze Leib“. Natürlich. Und ich leide und weine auch mit den Leidenden. Was mich aber so betroffen macht, ist die Haltung vieler Christen in dieser Zeit. Es ist die Angst und der daraus resultierende «Kadavergehorsam» gegenüber der Obrigkeit. So hörte ich gerade erst wieder das Statement eines Pfarrers, den ich sehr mag und schätze, der meinte: «Wir sollten doch dankbar sein, dass wir noch mit bis zu 50 Personen Gottesdienste feiern dürfen. Natürlich mit Maske und Abstand.» (Übrigens verdanken wir die 50 den Genfer Pfarrern, die interveniert haben-Danke! Wo war der Rest?). Ich kann dazu nicht ja und Amen sagen. „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers und Gott, was Gottes ist.“  Die Obrigkeit hat u. a. dafür zu sorgen, dass die Kirche ihrer von Gott gegebenen Berufung in aller Freiheit nachkommen kann. Das bedeutet: Die Verkündigung des Evangeliums, sich als Gläubige zu versammeln, Gott zu singen und zu preisen, Abendmahl zu feiern, zu segnen und füreinander zu beten. Die seelisch-geistliche Gesundheit der Menschen sollte uns genauso wichtig sein wie die physische, wenn nicht sogar wichtiger! Denn wir als Gläubige haben hier Antworten, wo sie anderen fehlen. Wir können nicht den 51., der Gott sucht, draussen stehen lassen nur weil der Staat uns das vorschreibt. Auch die Obrigkeit ist unter der Autorität und Herrschaft Gottes! Und wenn sie Gesetze und Regeln erlässt, die den Anordnungen Gottes widersprechen, dann sind wir als Nachfolger Jesu letztendlich immer zuerst seiner Herrschaft verpflichtet. Wenn jemand Maske und Abstand brauchen möchte – ok. Aber Menschen abweisen – nie! Was werden wir tun, wenn sie uns vorschreiben, dass nur noch Geimpfte den Gottesdienst besuchen dürfen? Wir müssen die Weichen rechtzeitig stellen – sonst trifft uns das unvorbereitet. Nicht jeder der A sagt, muss auch B sagen; B könnte ja falsch sein….

Mit „Kleinigkeiten“ fängt es an: Singen verboten. Wann hat es je solch einen Irrsinn gegeben? Und wir nicken, fügen uns und verstummen. Wir tun, was sie sagen. Wir glauben, was sie sagen. Aber wo führt das hin? Ich sah gerade eine Verfilmung der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Erschütternd zu sehen, wie die Menschen des riesigen Sowjetreiches durch Angst unter Kontrolle gehalten wurden. Wie vertuscht, verdreht, gelogen und gedroht wurde, um Menschen in dieser Gefangenschaft der Angst zu halten und zu manipulieren. Wer nicht konform dachte und handelte, wurde ausgegrenzt, gehörte nicht mehr zur grossen Masse des Volkes. Er verlor Privilegien bei Berufswahl, Beförderungen, Wohnungssuche, Reisen, wurde von seinen Freunden isoliert etc. Kommt uns das bekannt vor? Wer heute bei uns nicht spurt und sich nicht impfen lässt, wird schon bald erleben, welche Konsequenzen das für ihn haben wird. Ob Parteibuch, gelber Stern oder grüner Impfpass. Alle diese «Erkennungszeichen» führen zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft. Die Gute Nachricht ist, dass diejenigen, die aus Gott geboren sind, zu keiner «Klasse» gehören, sondern zum Königreich Gottes. Wir gehören und folgen dem Lamm Gottes. Wir lieben jeden und wir beten für alle. In allen Wirren und chaotischen Zuständen überwinden wir durch unseren Glauben und vertrauen uns der Führung des Heiligen Geistes und dem Worte Gottes an. Deshalb müssen wir aus Gott geboren sein!

W.W.

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